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Neues Veloverleihsystem in ThunStadt setzt auf Donkey Republic

Die Stadt Thun lanciert auf den 4. Mai das neue Veloverleihsystem Donkey Republic, das per App funktioniert und künftig auch für kurze Fahrten attraktiv ist. Weitere Gemeinden könnten bald dazustossen.

Das neue Veloverleihsystem der Stadt: Donkey Republic funktioniert per Smartphone-App, mit welcher auch das Fahrradschloss geöffnet werden kann.
Das neue Veloverleihsystem der Stadt: Donkey Republic funktioniert per Smartphone-App, mit welcher auch das Fahrradschloss geöffnet werden kann.
PD

«Mit dem neuen System haben wir eine gute und flexible Lösung für Thun gefunden», sagt die Thuner Gemeinderätin Andrea de Meuron (Grüne). Für die Stadt biete das vielfach erprobte Veloverleihsystem von Donkey Republic die Möglichkeit, die bestehende Veloflotte zu übernehmen. Deswegen konnte auch auf eine Ausschreibung und das damit verbundene Prozessrisiko verzichtet werden. Die Lancierung des neuen Systems bedeutet aber gleichzeitig auch die Einstellung des bisherigen Velospot-Modells auf Ende April. Gemäss einer Medienmitteilung der Stadt vom Mittwoch konnte dessen Anbieterin, die Intermobility AG, den Weiterbetrieb nicht mehr ohne grosse Investitionen in die veraltete Hard- und Software anbieten. «Die Stadt und die Intermobility AG konnten sich finanziell nicht darüber einigen», steht darin weiter geschrieben.

Gratis-Fahrten im Mai

Ab dem 4. Mai können Interessierte nun auch in Thun das Bikesharing-System des dänischen Unternehmens Donkey Republic nutzen, das bereits in Genf, Lausanne oder Neuenburg sowie in vielen weiteren europäischen Städten im Einsatz ist. Dabei kann ein Abo in allen Städten benutzt werden. Donkey Republic funktioniert per App und bietet sich dank der günstigen Preise auch für Touristinnen und Tagesnutzer an. So belaufen sich die Kosten für eine halbstündige Nutzung auf 2 Franken, für eine ganze Stunde auf 3 Franken oder für einen ganzen Tag auf 20 Franken. Der Preis für ein Jahresabonnement bleibt bei 60 Franken wie beim bisherigen Thuner Modell. Neu hinzu kommt ein Monatsabonnement für 15 Franken. Zur Lancierung des neuen Angebots können die Fahrräder im Mai zudem kostenlos für eine Stunde benutzt werden.

Ein weiterer grosser Vorteil ist laut Andrea de Meuron, dass die bestehenden 125 Leihvelos der Stadt lediglich mit einem neuen elektronischen Schliesssystem ausgerüstet und zu einem späteren Zeitpunkt auf Orange umgespritzt werden müssen. Damit fallen für die Stadt lediglich einmalige Kosten für den Kauf der Schlösser von 15’600 Franken und die Lizenzgebühr an, die sich auf rund 16 Franken pro Velo und Monat beläuft. Für Betrieb und Unterhalt der Flotte ist weiterhin das Schweizerische Arbeiterhilfswerk Bern zuständig.

Stossen weitere Gemeinden dazu?

Die Erweiterung der Flotte ist schrittweise geplant. So kommen zu den 125 Velos, welche derzeit in Gebrauch sind, im Verlauf des Jahres 30 Velos dazu. Und je nachdem, wie viele andere Gemeinden sich am neuen System beteiligen, werden 2021 weitere Velos sowie neu auch E-Bikes angeschafft. Andrea de Meuron sagt dazu: «Steffisburg und Heimberg sowie Hilterfingen, Oberhofen, Spiez und Interlaken sind interessiert. Wir werden diesen Gemeinden das neue System vorstellen und mit ihnen die Zukunft des Veloverleihsystems in der Region Thunersee diskutieren». Deshalb mache auch die weitere Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Arbeiterhilfswerk Sinn, das bis Interlaken aktiv sei. «Es ist unsere Vision», sagt de Meuron, «dass es künftig möglich sein soll, per Leihfahrrad oder -E-Bike um den Thunersee zu fahren und das Fahrrad auch für eine Hotelübernachtung einzustellen.» So werde es künftig auch technisch möglich sein, dass ein Hotelbetrieb seine eigenen E-Bikes in das Donkey-Republic-System integriere.

Im Zusammenhang mit diesem allfälligen Ausbau des Veloverleihsystems plant die Stadt auch mehr Platz für die bisherigen Veloverleihstationen, insbesondere auch im Raum des Bahnhofs und der Innenstadt, wie de Meuron am Mittwoch ankündigte.

«So sprechen wir mehr Leute an»

«Ich denke, dass wir mit dem neuen, smarten System mehr Leute ansprechen als bisher», ist Andrea de Meuron als Vorsteherin der Direktion Finanzen Ressourcen Umwelt überzeugt. Sie sei sich aber auch bewusst, dass gerade älteren Leuten, die den Umgang mit Apps nicht gewohnt seien, der Zugang erschwert werde. Doch sie hätten wohl auch schon vom bisherigen System keinen Gebrauch gemacht, da dieses für Stunden- und Tagesnutzungen zu kompliziert gewesen sei. Bei Bedarf solle jedoch eine kostenlose Schulung zum neuen System angeboten werden.

Inhaberinnen und Inhaber einer bisherigen Velospot-Jahreskarte werden von der Stadt schriftlich über den Wechsel informiert. Sie erhalten eine Gutschrift für das neue Verleihsystem, für welches sie sich mittels App neu registrieren müssen. Als Zahlungsmittel und als Sicherheit ist eine Kreditkarte notwendig. Via App kann man auch sehen, an welcher Station wie viele Velos zur Verfügung stehen.

Informationen finden Kundinnen und Kunden auf der städtischen Website unter www.thun.ch/mobilitaet oder www.donkey.bike.