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Les trois Suisses «Sünder, d Wäut geit ünder»

Les trois Suisses funktionieren auch als Duo: Pascal Dussex und Resli Burri rockten das Casino in Bern mit ihrem neuen Programm «Vagabund».

In ihrem neuen Programm präsentieren Les trois Suisses eine gekonnte Mischung aus Strassenmusik und Kabarett.
In ihrem neuen Programm präsentieren Les trois Suisses eine gekonnte Mischung aus Strassenmusik und Kabarett.
Foto: zvg

Es habe sie vom Casinoplatz direkt auf die Bühne gespickt, frotzeln die beiden Kabarettisten Pascal Dussex
und Resli Burri. Sie tun den ganzen Abend lang so, als wüssten sie nicht, was sie tun. «Die sehen spendabel aus. Das sind Burger!», sagt der eine, während der andere aus Reflex den Hut zieht, um beim Publikum Geld zu sammeln.

Les trois Suisses kokettieren in ihrem neuen Programm «Vagabund» mit ihrer wildromantischen Vergangenheit als Strassenmusiker. Tatsächlich begann ihre Geschichte Anfang der Neunzigerjahre während der Sommerferien in Südfrankreich. Pascal Dussex, Resli Burri und Thomas Baumeister spielten auf der Strasse, um ihr Ferienbudget aufzubessern.

Resli Burri ist ein Meistermusiker

Aus der improvisierten Strassenmusik-Coverband wurde die Kabaretttruppe Les trois Suisses. Vor fünf Jahren stieg Baumeister aus, seither sind «Die drei Schweizer» ein Duo. Das Covern von Songs und der Einsatz diverser Instrumente – Banjo, singende Säge, Tambourin, Harmonium – bleiben ihre grösste Stärke.

Der Multiinstrumentalist Resli Burri wurde letztes Jahr mit dem Musikpreis des Kantons Bern ausgezeichnet. Er ist der reserviertere Part des Duos: Ständig findet er neue Möglichkeiten, um die grosse Stimme von Dussex musikalisch zu untermalen.

Mani Matter in Sankt Galler Dialekt

Dieser rockt die Bühne mit Coverversionen und Verballhornungen. Das Spektrum reicht von Mani Matters «Zündhölzli», im Sankt Galler Dialekt gesungen, bis zu einer berndeutschen Fassung von Jacques Brels
«Ne me quitte pas». Aus dem französischen Klagelied wird bei Dussex ein larmoyantes Flehen um einen
Kitaplatz.

Passend zur grassierenden Angst vor dem Coronavirus lässt Dussex das Publikum zudem auf Walliserdeutsch wissen: «Sünder, d Wäut geit ünder» oder dichtet kurzerhand Songzeilen von Jim Morrison um.

«Haube Rosé» statt «Alperose»

Die Sprüche und Witze zwischen den musikalischen Darbietungen könnten auch an einem bunten Abend
fallen. Was sollten Stars tun, wenn sie Strassenmusiker werden wollen? Die beiden Profis empfehlen der Band
Hecht, vor einem Fischladen aufzutreten, während DJ Bobo sich vor einer Notfallstation positionieren sollte.

Heiter geht es weiter. Es ergebe keinen Sinn, den Song «Alperose» in der Romandie zu singen, da die dort
«Haube Rosé» verstehen würden. Ein fauler Gag jagt den nächsten, doch das macht nichts. Vielmehr ist es
gerade diese familiäre Ferienlagerstimmung, die auf das Publikum übergreift.

Sie können auch sanft

Anhand einer Powerpoint-Präsentation blicken die beiden schliesslich in die eigene Vergangenheit zurück. Das eingeblendete Bild einer prähistorischen Wandmalerei zeigt die Vagabunden zu Urzeiten, als sie angeblich mit Instrumenten bewaffnet auf Mammuts einschlugen. Bei den aufrechten Ägyptern sind ihnen «die Frauen zu Füssen gestanden», und bei den Galliern wurden sie anstelle des Barden Troubadix an einen Baum gefesselt.

Zuletzt stehen sie vor dem Casino. Das Programm endet üppig und poetisch. Und Les trois Suisses
beweisen: Sie beherrschen auch die leisen Töne.

Nächste Vorstellung: Freitag, 13. 3., 20 Uhr, Casino, Bern.
www.lestroissuisses.ch