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LeserreaktionenSVP-Politiker forderte ein Vermummungsverbot

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Die Bünder SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher trug zu Beginn der Frühjahrssession im Bundeshaus eine Schutzmaske und sorgte damit für Diskussionen.
Die Bünder SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher trug zu Beginn der Frühjahrssession im Bundeshaus eine Schutzmaske und sorgte damit für Diskussionen.
Foto: Anthony Anex/Keystone

Zu «Wie das Parlament seinen ersten Tag vor leeren Rängen bestritt»

SVP-Politiker forderte ein Vermummungsverbot

Ich erinnere mich an eine Motion von SVP-Politiker Hans Fehr vor einiger Zeit. Er forderte vom Bundesrat ein nationales Vermummungsverbot. Und was passiert jetzt? Da stürmt eine SVP-Nationalrätin mit Verspätung und maskiert wie ein Fussball-Rowdy in den Nationalratssaal.

Hans Peter Schwenter, Schönried

Das soll man dann noch verstehen?

Da herrscht auf der ganzen Welt eine Riesenpanik wegen des Coronavirus. Da werden uns Verhaltensregeln aufgebrummt, da werden Feste wie die Fasnacht gestrichen – alles wegen der Ansteckungsgefahr. Und dann kommt eine Nationalrätin in den Nationalratssaal, fast vermummt, wegen dieses Virus, und wird des Saales verwiesen – das soll man dann noch verstehen? Sonst ist man doch auch so grosszügig betreffend die Vermummung von Frauen...

Michel Reichen, Steffisburg

Zu «Das Virus in unseren Köpfen»

Vorwurf der Panikmache ist absolut daneben

Um es vorwegzunehmen, auch für mich hat das neue Virus eine übergrosse Präsenz in allen News-Kanälen. Andererseits entstehen bei spärlicher Information gern Gerüchte. Ob das weniger Angst auslöst, wage ich zu bezweifeln. Ich bin froh, zu wissen, wo die Fälle auftreten, und wenn wir lesen, wie viele Fälle negativ getestet werden, hilft das, die Gefahr einzuschätzen. Den Behörden aber Panikmache vorzuwerfen, ist meiner Meinung absolut daneben. Die bisher getroffenen Massnahmen sind meines Erachtens verhältnismässig. In anderen Ländern können wir sehen, wie schnell sich das Virus verbreiten kann, wenn nichts unternommen wird. Lasst uns mit Augenmass, aber der notwendigen Vorsicht handeln. Gerade die Erfahrungen der grossen Grippepandemie zu Beginn des 20. Jahrhundert sollte alle bösartigen Kommentare verbieten.

Urs Braunschweiger, Herbligen

Zu «Grossanlässe sind vorerst verboten»

Tausende stehen an der Grenze in Griechenland

Ich möchte nicht despektierlich sein, trotzdem finde ich es einen Gedanken wert: Im Gegenzug zur Fasnacht, sie ist ja nicht lebenswichtig, stehen Tausende an der Grenze in Griechenland, im Niemandsland. Sie haben alles verloren, sind monatelang auf der Flucht, erfrieren – darunter auch Kleinkinder. Niemand hilft, weil Politiker sich mit Macht bekämpfen. Was ist das für eine Welt?

Hans Schmutz, Rubigen

Zu «Juristen des Bundes mischen sich ein»

Es braucht eine Klärung

Schweizer Konzerne, die im Ausland Menschenrechte verletzen, müssen zwingend zur Verantwortung gezogen werden können. Die Rechtslage in der Schweiz ist offenbar unklar. Es braucht eine Klärung, sei es durch die Annahme der Konzernverantwortungsinitiative oder durch den Gegenvorschlag des Nationalrates. Die Schweiz ist nicht allein mit dieser Diskussion. Europaweit überlegt man sich, wie Konzerne besser in die Verantwortung genommen werden können. Es würde der Schweiz wohl anstehen, wenn sie sich diesmal freiwillig für mehr Gerechtigkeit in der Welt einsetzt. Peinlich wäre es, wenn sie, wie beim Bankgeheimnis, vom Ausland dazu gezwungen werden müsste.

Dora Kaiser, Thun

Zu «Behörden reagieren auf die neuen Corona-Fälle»

Sollte in jeder Bäckerei selbstverständlich sein

Ich frage mich schon seit Jahren, weshalb bei den Bäckereien keine Pflicht besteht, zum Schutz ihrer Kunden das Anfassen von Brot und die Entgegennahme von Geld durch hygienische Massnahmen zu trennen, sei es mit Papiertüchern oder Handschuhen. Was bei den Grossverteilern und wenigen vorbildlichen Bäckereien praktiziert wird, sollte wohl auch in jeder Bäckerei selbstverständlich sein. Das Geld kann ich ja allenfalls desinfizieren, nicht aber das Brot. Diese hygienische Massnahme wäre nicht nur wegen des Coronavirus schon seit langem überfällig...

Thomas Rüdy, Uetendorf

Schweizer Konzerne, die im Ausland Menschenrechte verletzen, müssen zwingend zur Verantwortung gezogen werden.

Dora Kaiser, Thun

Zu «Der BLS-Chef kämpft um den Job und spricht von einem Fehler»

Gilt da nicht: Wer zahlt, befiehlt?

Wer untersucht die Verantwortung aufseiten Bund und Kanton, also bei den jeweiligen Subventionszahlern? Oder gilt da nicht: Wer zahlt, befiehlt, oder kommandieren, kontrollieren, korrigieren, oder Vertrauen ist gut – Kontrolle ist besser? Bei Subventionen ist doch eine lückenlose Kontrolle zwingend, da reichen periodische Überprüfungen oder Stichproben gar nicht. Da werden im Kanton Bern Institutionen der Kinderbetreuung intensiver kontrolliert – was für ein Missverhältnis.

Werner Wenger, Langenthal

Zu «Er trägt draussen keine Kippa mehr»

Die Vergangenheit hinter uns lassen

Wegen einer jüdischen Herkunft oder anderer Äusserlichkeiten gleich Hass zu verbreiten, dies geht gar nicht mehr. Können wir nicht mal die Vergangenheit hinter uns lassen und Reue dafür zeigen? Es wäre dringend nötig. Wer nicht rebelliert, sollte auch anständig behandelt werden. Hass wegen Äusserlichkeiten oder anderer Glaubenseinstellungen sollte keinen Platz mehr haben in der heutigen Zeit.

Martin Fischer, Worb