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Musk will bei den Batterien sparen Tesla verspricht deutlich tiefere Preise für Elektroautos

Der US-Autohersteller Tesla will die Produktionskosten für die Batterien herunterfahren und so günstigere Elektroautos produzieren. Das werde aber noch drei Jahre dauern, sagte Konzernchef Elon Musk.

Die Elektroautos der Marke Tesla sollen künftig deutlich billiger werden. (Archivbild)
Die Elektroautos der Marke Tesla sollen künftig deutlich billiger werden. (Archivbild)
Keystone/David Zalubowski
Tesla-Chef Elon Musk verspricht eine neue Generation von Batterien. (Archivbild)
Tesla-Chef Elon Musk verspricht eine neue Generation von Batterien. (Archivbild)
Keystone/Alexander Becher
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Der US-Autohersteller Tesla will den Preis für seine Elektroautos drastisch senken. Dazu sollen nach den Worten von Konzernchef Elon Musk vor allem die Produktionskosten für die Batterien heruntergefahren werden.

Bis es so weit ist, müssen sich die Kunden aber noch gedulden, signalisierte Musk am Dienstagabend an einer mit Spannung erwarteten Firmenveranstaltung. Die Umstellung der Fertigung werde ungefähr drei Jahre dauern.

Erschwingliche Preise

Musks Ziel ist es, die Aufwendungen für Batterietechnik und Herstellung so deutlich zu reduzieren, dass Tesla selbstfahrende E-Autos zum Preis von umgerechnet knapp 23'000 Franken verkaufen kann.

«Wir haben kein erschwingliches Auto», sagte er. «Das werden wir in der Zukunft haben. Aber dazu müssen wir die Kosten für die Batterien nach unten bringen», betonte Musk auf dem «Tesla Battery Day». Seinem im Internet übertragenen Auftritt folgten mehr als 270'000 Zuschauer.

Neue Generation von Batterien

Der Tesla-Chef versprach eine neue Generation von Batterien. Diese sollen deutlich leistungsstärker und ausdauernder sein als die derzeitigen und nur halb so viel kosten. Sie sollen praktisch ohne das teure Schwermetall Kobalt auskommen.

Geplant sei ferner ein Recycling von Batteriezellen in der Gigafabrik im Bundesstaat Nevada. Von der Massenfertigung sei das Unternehmen aber noch etwa drei Jahre entfernt. Die neuen Batteriezellen sollen anfangs in einer neuen Montagelinie nahe der Fabrik im kalifornischen Fremont produziert werden.

Börse zeigt sich enttäuscht

Die Aussicht auf stark fallende Preise für Tesla-Autos sorgte unter Investoren für Enttäuschung. Die Tesla-Aktie sackte im nachbörslichen Geschäft um 4,5 Prozent ab, nachdem sie bereits im regulären Handel 5,6 Prozent eingebüsst hatte.

SDA/chk

24 Kommentare
    Sacha Meier

    Die Preise für Lithiumionenzellen der Baugrössen 18650 und 26650 (also die Zellgrössen, die heute für Traktionsanwendungen genutzt werden) sind heute schon im Keller. Das geht nur, weil auf die Rückkondensation des Wassers bei der Lithiumcarbonatgewinnung in den südamerikanischen und chinesischen Hochebenen verzichtet wird - und man den Wegzug der Bauern, den Tod der dortigen Fauna und Flora, sowie andere Umweltschäden in Kauf nimmt. Und wenn es noch billiger gehen muss, wäre systematische Sklavenarbeit unverzichtbar. Mit dem Kathodenmaterial LNMO (LiNi0.5Mn1.5O4), das Nickel, statt Kobalt verwendet, verlagert man einfach die Sklavenarbeit vom Kobalt auf Nickel und Lithium. Obwohl der Entwickler und Hersteller des Materials, die Firma Haldor Topsoe, eine Leistungssteigerung gemessen hat (vgl. Whitpaper auf der Website der Firma), besitzt die modifizierte Batteriechemie einen Nachteil: Die Kapazität variiert noch stärker mit der Temperatur, als bei der herkömmlichen Technologie. Das erfordert dann teurere Temperaturmanagement-Systeme - womit auch der Preis- und Kapazitätsvorteil dahinschmilzt. Um das aufzufangen, müsste der gnädige Herr Musk wohl auf günstige chinesische Wertarbeit zurückgreifen. Vielleicht haben ja ein paar Uiguren aus Xinjiang Lust, in der Tesla-Gigafactory 3 in Shanghai Fronarbeit zu leisten. Dann kann Herr Musk auch sein vollmundiges Versprechen vom «…halb soviel kosten…» einlösen. Die Börse wird es ihm danken.