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Drama in BrasilienTod des Sohnes einer Hausangestellten wühlt Brasilianer auf

Ein Fünfjähriger ist aus dem neunten Stock eines luxuriösen Gebäudes in Recife gestürzt. Die Hausherrin hätte auf den Fünfjährigen aufpassen sollen, während dessen Mutter mit dem Hund der Chefin spazieren ging.

Miguel Otávio Santana da Silva war der Sohn eines Hausangestellten.
Miguel Otávio Santana da Silva war der Sohn eines Hausangestellten.
Foto: Change.org

Der tragische Tod des kleinen Sohnes einer Hausangestellten, auf den die Hausherrin hätte aufpassen sollen, hat in Brasilien Bestürzung ausgelöst.

Politiker, Künstler und Prominente wie die Siegerin von «Big Brother Brasil», die Sängerin Iza, und die ehemalige Umweltministerin Marina Silva drückten Fassungslosigkeit und Entsetzen aus. «JustiçaPorMiguel» (Gerechtigkeit für Miguel) war in den sozialen Medien am Donnerstagabend eines der am meisten kommentierten brasilianischen Themen. Der Fünfjährige war am Dienstag aus dem neunten Stock eines luxuriösen Gebäudes in der Stadt Recife gestürzt, während seine Mutter, die dort arbeitete, den Hund der Hausherrin ausführte. Auf dem Überwachungsvideo, das das brasilianische Fernsehen zeigte, ist zu sehen, wie der Junge der Mutter zum Aufzug hinterherläuft. Diese ist aber schon losgefahren. Die Hausherrin lässt den Jungen allein in eine Kabine gehen und drückt auf den Knopf, um ihn ins Erdgeschoss fahren zu lassen – wohl in dem Glauben, er werde unten seiner Mutter folgen.

Doch im Aufzug drückte der kleine Junge offenbar andere Knöpfe, stieg schliesslich im neunten Stock aus und stürzte in einem Schacht des Gebäudes in die Tiefe. Die Hausherrin, Frau des Bürgermeisters der Gemeinde Tamandaré in der Nähe Recifes, wurde festgenommen, aber gegen die Zahlung von 20’000 Reais (4000 Euro) wieder freigelassen.

Die Sängerin Iza fragte auf Twitter, was passiert wäre, wenn die Mutter Miguels, eine schwarze Hausangestellte, an Stelle der Hausherrin gewesen wäre. Die ehemalige Umweltministerin Marina Silva solidarisierte sich mit der Familie Miguels und bezeichnete den Jungen als «Opfer einer grausamen und feigen Unmenschlichkeit».

SDA