Unerwünschtes Offensivspektakel beim BSV Bern

Der BSV Bern hat im Heimspiel gegen Kadetten Schaffhausen eine 25:39-Kanterniederlage erlitten.

Michael Kusio (BSV, rechts) liegt schreiend auf dem Boden, der Schaffhauser Lucas Meister rappelt sich wieder auf.

Michael Kusio (BSV, rechts) liegt schreiend auf dem Boden, der Schaffhauser Lucas Meister rappelt sich wieder auf.

(Bild: Christian Pfander)

Reto Pfister

Fallen in einem Handballspiel extrem viele Tore, gewinnt in der Regel die Mannschaft mit der grösseren individuellen Klasse. Die Kadetten aus Schaffhausen sind dem BSV Bern in diesem Bereich immer noch ein Stück voraus, obwohl die Differenz in letzter Zeit geringer geworden ist.

Um die Kadetten zu schlagen, braucht es eine überzeugende Leistung in Abwehr und Angriff, und gleichzeitig sollten die Schaffhauser nicht den besten Tag erwischen. Dies war beim 32:26-Erfolg im Dezember der Fall, als die Berner den Gegner in der zweiten Halbzeit zeitweise vorführten.

Die Partie am Donnerstag war jedoch ein unerwünschtes Offensivspektakel, in einem Spiel dieser Art lässt sich der Leader nur schwer bezwingen. Der BSV geriet gegen Ende der ersten Halbzeit mit vier Toren in Rückstand, nach 40 Minuten war die Niederlage bereits besiegelt (18:27), die Berner unterlagen letztlich überdeutlich 25:39.

Schwache zweite Halbzeit

Vor der Pause hielten die Gastgeber noch mit und gefielen mit schön herausgespielten Treffern. Nur vermochten sie den Gegner eben auch nicht am Torewerfen zu hindern, insbesondere deren ungarischen Spielmacher Gabor Csaszar brachten sie nie unter Kontrolle. Dazu kam auch ein klarer Leistungsunterschied bei den Torhütern. Kristian Pilipovic wehrte für die Kadetten 37 Prozent der gegnerischen Würfe ab, Edin Tatar für den BSV nur 20 Prozent.

In der zweiten Halbzeit geriet das Heimteam dann vollends aus dem Tritt; der Start in die Spielhälfte war durch zahlreiche Fehler geprägt, früh entschwand jede Chance auf einen Punktgewinn. Und weil die Schaffhauser in ihrem schwungvollen Offensivspiel nicht nachliessen, setzte es schliesslich eine Kanterniederlage ab, die so nicht zu erwarten gewesen war.

Die Berner hatten nur vier Tage zuvor mit Pfadi Winterthur den damaligen Leader auswärts bezwungen, während die Kadetten weder bei der Niederlage bei Suhr Aarau noch beim knappen Sieg in St. Gallen überzeugten. Und keine der sechs Partien an den ersten zwei Spieltagen der Finalrunde hatte mit mehr als fünf Toren Differenz geendet. Bis am Donnerstag.

«Nicht in den Griff bekommen »

«Kristian Pilipovic, Gabor Csaszar und Zarko Sesum haben heute ihre Klasse unter Beweis gestellt», analysierte Aleksandar Stevic, der Trainer des BSV Bern, die misslungene Darbietung. Bei Sesum handelt es sich um den Topskorer der Kadetten, der bis zur letzten Saison noch in der Bundesliga aktiv war.

«Wir haben die Kadetten nie in den Griff bekommen. Auch die Umstellung auf eine offensivere Deckung hat nichts geändert.» Dazu kam eine Bilanz von über 20 Würfen, die nicht zu einem Tor führten, und zehn technischen Fehlern. «So kann man kein positives Ergebnis erreichen», sagte Stevic.

Die Darbietung gegen den Leader brachte erneut das Problem der fehlenden Konstanz des BSV Bern zutage. Die Berner sind in der Lage, jeden Schweizer Gegner zu bezwingen. Nur streuen sie immer wieder Partien mit schwachen Leistungen ein. «Dieses Spiel ist einfach zu analysieren», meinte Stevic. Weil so ziemlich vieles nicht gut war. 

BSV - Kadetten 25:39  (15:19)

789 Z. – SR Joss/Quardani. – Strafen: je 4-mal 2 Minuten. – BSV Bern: Tatar/Milosevic; Freiberg (1), Heer (2), Baumgartner, Getzmann (2/1), Striffeler (1), Kusio (6), Gerlich (4), Strahm (2), Szymanski (2), Arn (3), Mühlemann (2). – Ohne Schneeberger (verletzt).

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