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Appell an BundesratUnia verlangt Verzicht auf Corona-Entlassungen und Lohngarantie

Über 20'000 Arbeitnehmende haben einen Appell unterzeichnet. Darin fordert die Gewerkschaft einen 100% Lohnersatz und den Verzicht auf Kündigungen.

Ein Unia-Mitarbeiter diskutiert mit einem Bauarbeiter auf einer Baustelle in Fribourg.
Ein Unia-Mitarbeiter diskutiert mit einem Bauarbeiter auf einer Baustelle in Fribourg.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Die Gewerkschaft Unia fordert in einem von über 20'000 Arbeitnehmenden unterzeichneten Appell an den Bundesrat hundert Prozent Lohnersatz und den Verzicht auf Kündigungen wegen des Coronavirus. Der Aufruf wurde am Donnerstag dem Bundesrat übergeben.

Fast eine Millionen Menschen stünden in Kurzarbeit und erhielten nur achtzig Prozent ihres üblichen Lohnes, heisst es in einer Medienmitteilung. Doch eine Lohneinbusse von zwanzig Prozent sei für viele Arbeitnehmende nur schwer zu verkraften – mit 20 Prozent weniger Lohn hätten viele Mühe, sich und ihre Familien durchzubringen.

60 Milliarden Franken Staatshilfe garantiere der Bund den Firmen in der Corona-Krise. Trotzdem stiegen die Arbeitslosenzahlen. «Das geht so nicht», findet die Unia. Sie hat gemeinsam mit den Verbänden des Schweizerischen Gewerkschaftsbund den Appell lanciert, der am Donnerstag mit 20'153 Unterschriften dem Bundesrat übergeben wurde.

Tieflohnangestellte besonders betroffen

Rund die Hälfte der Kurzarbeiterinnen und Kurzarbeiter seien in Tieflohnbranchen beschäftigt, heisst es weiter. «Die Lohneinbusse wiegt schwer, vor allem wenn der Lohn schon in normalen Zeiten tief ist.»

Wer zum Beispiel im Gastgewerbe oder in der Coiffeurbranche arbeite, verdiene im Durchschnitt in einer Vollzeitstelle rund 4100 Franken im Monat. Wenn zwanzig Prozent wegfielen, bleibe noch ein Lohn von rund 3300 Franken. Deshalb brauche es eine Erhöhung der Kurzarbeitsentschädigung auf hundert Prozent Lohnersatz.

Während viele Angestellte mit einer Lohneinbusse konfrontiert seien, stiegen gleichzeitig die Arbeitslosenzahlen. Dies, obwohl das Mittel der Kurzarbeitsentschädigung ausgebaut worden sei, um Arbeitsplätze zu erhalten. Jetzt Leute auf die Strasse zu stellen, obwohl für die Belegschaft Kurzarbeit beantragt werden könne, sei inakzeptabel.

SDA