USA verschieben Erhöhung von China-Strafzöllen

Als «Geste des guten Willens» lässt Trump die Zölle auf chinesische Importe zwei Wochen später in Kraft setzen.

Die Strafzölle sollten ursprünglich am 1. Oktober erhöht werden: Container lagern im Hafen von Los Angeles. (8. August 2019)

Die Strafzölle sollten ursprünglich am 1. Oktober erhöht werden: Container lagern im Hafen von Los Angeles. (8. August 2019)

(Bild: Keystone Etienne Laurent)

Die US-Regierung erklärte am Mittwoch, dass die Anhebung der Strafzölle auf chinesische Importe im Umfang von 250 Milliarden US-Dollar nun erst ab dem 15. Oktober erhoben werden sollen. Zum einen hätte Vize-Ministerpräsident Liu He darum gebeten und zum anderen begehe die Volksrepublik den 70. Jahrestag ihrer Gründung. Das kündigte Präsident Donald Trump als «Geste des guten Willens» auf Twitter an.

Der Handelskrieg zwischen den USA und China läuft seit Monaten und belastet zunehmend die globale Wirtschaft. Beide Seiten überziehen einander schrittweise mit immer neuen Strafzöllen.

Bereits seit längerem sind Importe aus China in die USA im Umfang von rund 250 Milliarden US-Dollar mit Strafzöllen von 25 Prozent belegt. Sie sollten ursprünglich ab 1. Oktober auf 30 Prozent erhöht werden. Dies soll nun erst zum 15. Oktober passieren.

Signal der Entspannung

Trump reagierte damit auf ein Signal der Entspannung, das zuvor die Regierung in Peking ausgesendet hatte. China hatte eine Liste von US-Produkten vorgelegt, die von Strafzöllen ausgenommen werden sollen. Es geht um 16 Arten von Produkten, wie Chinas Finanzministerium am Mittwoch mitteilte, darunter einige Medikamente, medizinische Ausrüstung und Chemikalien. Das Ministerium machte keine Angaben über das Volumen der Produkte. Weitere Ausnahmen würden geprüft.

Die staatliche Zeitung «Global Times» sprach von einer «Geste des guten Willens» im Handelskrieg, bevor beide Seiten Anfang Oktober wieder Verhandlungen aufnehmen. Trump hatte den Schritt der Chinesen am Mittwoch begrüsst und von einer respektvollen Geste gesprochen. «Sie haben das Richtige getan», sagte er im Weissen Haus. «Es war eine Geste.» Stunden später folgte dann sein entgegenkommend formulierter Tweet.

Auslöser des seit mehr als einem Jahr andauernden Handelskonflikts war die Verärgerung Trumps darüber, dass China weit mehr in die USA exportiert als umgekehrt. Er fordert eine Beseitigung von Marktschranken, kritisiert die Verletzung von Urheberrechten und den zwangsweisen Technologietransfer bei in China tätigen US-Unternehmen sowie staatliche Subventionen.

Trumps Unberechenbarkeit verärgert Chinesen

Später forderte der US-Präsident auch strukturelle Veränderungen in China und Mechanismen, um die Einhaltung eines Abkommens zu garantieren. Der Führung in Peking geht das aber zu weit. Auch Trumps Unberechenbarkeit verärgert die chinesische Seite.

Ende August hatte sich der Handelskonflikt nochmals deutlich zugespitzt: Nachdem Chinas Regierung neue Strafzölle auf US-Einfuhren angekündigt hatte, holte Trump sofort zum Gegenschlag aus und kündigte an, sämtliche Strafzölle auf Importe aus China um jeweils fünf Prozentpunkte anzuheben.

Der Handelskrieg führt in beiden Ländern zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und bremst auch die Weltkonjunktur. Viele Analysten warnen, der Konflikt könnte die US-Wirtschaft in eine Rezession schlittern lassen.

roy/SDA

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