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LeserreaktionenVerhalten ist egoistisch und grobfahrlässig

Meinungen von Leserinnen und Lesern zu aktuellen Themen.

Eine Leserin äussert ihre Angst, andere Personen mit dem Virus anzustecken.
Eine Leserin äussert ihre Angst, andere Personen mit dem Virus anzustecken.
iStockphoto

Zum Thema Coronavirus

Verhalten ist egoistisch und grobfahrlässig

Die Entwicklung und Aus­breitung des Coronavirus gibt auch mir zu denken. Als sonst gesunde Frau habe ich keine Angst vor einer Erkrankung, sondern Angst davor, dass ich andere, gesundheitlich geschwächte Menschen anstecken und schwer gefährden könnte. Es regt mich auf, dass es nach wie vor Leute gibt, die den Ernst der Lage noch immer nicht begriffen haben und das Virus und die Richtlinien sowie Massnahmen der Behörden und Fachpersonen verharmlosen, herunterspielen, ignorieren und belächeln. Ein solches Verhalten ist egoistisch und grobfahrlässig. Ich würde es mir nie verzeihen, würde ich mich durch Leichtsinn und Gleichgültigkeit infizieren und anschliessend ältere bzw. gesundheitlich angeschlagene Mitmenschen anstecken!

Andrea Mordasini, Bern

Wie soll das in unserem Land möglich sein?

Der dringende Rat von Bundesrat Alain Berset, zu anderen Menschen genügend Abstand zu halten, ist täglich ein Volltreffer. Wie soll das in einem Land wie dem unseren möglich sein, das inzwischen bald hoffnungslos überbevölkert ist? Man muss sich vielerorts, etwa an Bahnhöfen und allgemein in öffentlichen Verkehrsmitteln, richtiggehend durch die Massen von Menschen kämpfen.
Da kann man nur sagen: mit lieben Grüssen an die SVP. Jene Partei, welche seit Jahren dafür sorgen möchte, solche Zustände in unserem Land möglichst zu verhindern.

Walter Brügger, Goldiwil

Fragwürdige Aufforderung

Wenn der Bundesrat Pendler auffordert, den ÖV während der Stosszeiten zu meiden, kommt mir das so vor, wie wenn der Schwimmlehrer zu Jugendlichen sagt: «Geht jetzt endlich ins Bassin, aber schaut darauf, dass ihr nicht nass werdet.»

Martin Zurbuchen, Fraubrunnen

Initiativtext abändern

In der aktuellen Zeit des Coronavirus muss man sich fragen, ob die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» von Walter Wobmann noch zeitgemäss ist.
Gemäss den Fachleuten können auch nach dem Coronavirus wieder neue, gefährliche Viren auftauchen. Walter Wobmann brüstet sich doch immer, dass er für freiheitliche und zweckmässige Lösungen einstehe. Zweckmässig wäre doch jetzt, wenn der Initiativtext auf «Ja zur Verhüllungspflicht» abgeändert würde.

Beat Goetschi, Bern

Als Gemeinschaft in der Lage, eine Krise zu meistern

Corona beweist vor allem eines: Wir sind tatsächlich in der Lage, ein Problem innert kürzester Zeit als Gemeinschaft anzugehen und der Krise entsprechende Massnahmen umzusetzen. Auf der anderen Seite: In der Diskussion rund um den Klimawandel suchen wir vergeblich nach einem ähnlichen Pragmatismus. Dabei wäre es genau dort dringend nötig, die Krise endlich als gesamtgesellschaftliches Problem zu verstehen und sich konkret auf die Reduktion der Emissionen auf null zu konzentrieren. Stattdessen diskutieren wir noch immer über ein ungenügendes CO2-Gesetz, hoffen auf Eigenverantwortung und wollen um ja keinen Preis die Wirtschaft beeinträchtigen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre, die Verbreitung von krisenrelevanten Informationen nicht mehr bloss den Jugendlichen auf der Strasse zu überlassen, stattdessen eine umfassende Aufklärungskampagne vom Bund, wie das aktuell beim Coronavirus der Fall ist.

Nico Heinimann, Bern
Zu «Höhere Steuern für Hausbesitzer»

Dieser Vorwurf geht fehl

Die SP und die Grünen behaupten, mit diesem Beschluss würden die Mieter benachteiligt. Dieser Vorwurf geht fehl. Wenn eine Person mit einer Million Franken ein Einfamilienhaus kauft, werden die Steuerbehörden ihr beispielsweise einen Eigenmietwert von 30`000 Franken aufrechnen. Wenn die genau gleiche Person als Mieter diesen Betrag bei einer Bank oder bei einer Einrichtung der beruflichen Vorsorge anlegt, resultiert heute wegen der Negativzinsen kein steuerbarer Ertrag. Der Eigentümer wird zudem jährlich mit der unsinnigen Liegenschaftssteuer konfrontiert. Diese ist de facto ein Aufschlag auf der Vermögenssteuer. Unsinnig ist die Liegenschaftssteuer, weil der Anleger für seine Anlage keine «Anlagesteuer» entrichten muss. Daher zeigt dies, dass der Eigentümer steuerlich schlechtergestellt wird als der Mieter.

Peter Stebler, Wabern
Zu «Das Spital spart, doch ­Jochams Lohn steigt stark»

Grosse wähnen sich in einem Selbstbedienungsladen

Die Insel spart, aber der Lohn von Uwe Jocham steigt sehr stark. – Wir sind nun endgültig in der Bananenrepublik angekommen. Verwaltungsrats­präsident Bernhard Pulver hat die Lohnexzesse an der Insel absolut nicht im Griff. Bei den Kleinen wird auf Biegen und Brechen gespart, aber die Grossen wähnen sich in einem Selbstbedienungsladen. So ist Bernhard Pulver überrascht, dass die Gesamtentschädigung für die Insel-Direktion in den letzten vier Jahren stark angestiegen ist. Er will sich auch nicht dazu äussern, warum das Gehalt von Uwe Jocham 34 Prozent höher ist als das seines Vorgängers. Da frage ich mich, ob Bernhard Pulver der richtige Mann in der Position als Verwaltungsratspräsident der Insel ist. Weitere Kommentare sind überflüssig, da kann ich als Steuerzahler im Kanton Bern nur noch den Kopf schütteln.

Hansruedi Furrer, Thun

Zu «Bundesrat nach Postauto-­Affäre in der Pflicht»

Klarheit und Wahrheit sind nicht gefragt

Es läuft im Postauto-Skandal, wie es bei allen Untersuchungen läuft: Zuerst fordern alle vollständige und gründliche Untersuchungen, und am Ende der teuren Übung stellt man fest, dass Verantwortliche ihre Verantwortung nicht wahr­genommen haben (aber immer dafür bezahlt worden sind), dass sie sich nicht mehr an Ereignisse oder Unterlagen erinnern können. Dass es «unverhältnismässig» ist, der Sache wirklich auf den Grund zu gehen, man könnte ja die wahren Ursachen zutage fördern. Man will dem schlechten Geld nicht noch gutes nach­werfen. Und überhaupt: Es sei nichts strafrechtlich Relevantes gefunden worden. Lügen, Nichtwissen und «untätig bleiben» sind nicht strafbar. Zumindest nicht für die Verantwortlichen. Die Postauto-Untersuchungen eignen sich bestens als Vorlage für die anstehenden Untersuchungen in Sachen illegale Datensammlungen des NDB, der Crypto AG und alle, die noch folgen werden. Teuer müssen sie sein, keinem Promi dürfen sie wehtun, Klarheit und Wahrheit sind nicht gefragt.

Ernst Menet, Lyss