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Frauenforum lanciert WahlenWas Spiezer Politikerinnen am Herzen liegt

Acht Frauen stellten beim Wahlanlass des Frauenforums Spiez ihre politischen Ziele vor. Sie eröffneten das Wahlrennen für den 8. November.

Sind in Spiez politisch engagiert (v. l.): Anna Fink, Sandra Jungen, Marianne Hayoz Wagner, Jolanda Brunner, Pia Hutzli, Pia Ledermann, Anna Katharina Zeilstra, Ursula Zybach sowie die eingeladene Word-Artistin Stefanie Grob am Wahlanlass des Frauenforums.
Sind in Spiez politisch engagiert (v. l.): Anna Fink, Sandra Jungen, Marianne Hayoz Wagner, Jolanda Brunner, Pia Hutzli, Pia Ledermann, Anna Katharina Zeilstra, Ursula Zybach sowie die eingeladene Word-Artistin Stefanie Grob am Wahlanlass des Frauenforums.
Foto: Verena Holzer

Die Stühle waren mit Corona angepasstem Abstand aufgestelltund es gebe aus diesem Grund auch kein Apéro, begrüsste die Präsidentin Anna Katharina Zeilstra (Grüne) die rund 20 Anwesenden. Das Frauenforum Spiez hatte auf Donnerstagabend zum Anlass vor den Gemeindewahlen vom 8. November in das Kirchgemeindehaus eingeladen. Acht kandidierende Frauen nahmen die Gelegenheit wahr, ihre Motivation und Ziele vorzustellen.

«Ihr seid stark, und ich bin gerne mit euch unterwegs.»

Gemeindepräsidentin Jolanda Brunner (SVP)

Die junge Präsidentin sagte, dass sie sehr dankbar sei, dass sich die Frauen vor 50 Jahren so stark für das Frauenstimmrecht eingesetzt haben. «Politik ist das Abbild der Gesellschaft, und wir haben die Möglichkeit mitzuwirken.» Pia Hutzli (Freies Spiez /GLP) ist seit zwei Jahren im kleinen Gemeinderat und stolz auf das starke Frauenteam in der Spiezer Politik. Sie möchte da gerne weiter mitarbeiten. Auch Anna Fink (EVP) erklärt: «Es ist total schön, in der starken Frauengruppe mitzuwirken, sie ermöglicht eine starke soziale Familienpolitik.»

Es gibt noch viel zu tun

Von der Politik sei sie früher so begeistert gewesen wie etwa von Spinnen, sagte Pia Ledermann (SVP). Inzwischen habe sie gemerkt, was man mit Politik bewegen könne, und sie würde sich gerne weiter dafür einsetzen. Sandra Jungen (SP) ist in einem politischen Umfeld aufgewachsen und engagiert sich beruflich in der Asylpolitik. «Essenziell für eine funktionierende Demokratie ist der Minderheitenschutz», ist sie überzeugt.

«Habt ihr gewusst, dass drei Viertel der Bauernfrauen keinen Lohn haben und daher offiziell nicht erwerbstätig sind?»

Word-Artistin Stefanie Grob

Marianne Hayoz Wagner (SP), als GGR-Präsidentin dieses Jahr höchste Spiezerin, ist sich bewusst, dass es in Spiez punkto Raumplanung, Verkehr und Umwelt noch viel zu tun gibt. SP-Grossrätin Ursula Zybach sieht wegen Arbeitsplatz- und Steuerausfällen schwere Zeiten kommen. Da die Gemeinde in den letzten Jahren umsichtig mit den Finanzen umgegangen sei, so die Finanzvorsteherin, blicke sei trotzdem optimistisch in die Zukunft.

Gemeindepräsidentin Jolanda Brunner (SVP) ist überzeugt, dass Projekte nur gemeinsam realisiert werden können. Sie würde sich über einen höheren Frauenanteil in den Räten freuen. «Ihr seid stark, und ich bin gerne mit euch unterwegs», fügte sie an.

«Essenziell für eine funktionierende Demokratie ist der Minderheitenschutz.»

Sandra Jungen, GR-Kandidatin (SP)

Vaterschaftsurlaub im Fokus

Vorgängig hatte die Word-Artistin Stefanie Grob Kostproben aus ihrem neuen Buch «Budäässä» serviert. Da kommen weder Staatshaushalt und Familienleben noch Frauenpower und Umwelt ungeschoren davon. Ein grosses Thema widmet sie dem Vaterschaftsurlaub. In einer Zeit, in der Frauen wie Yahoo-Chefin Marrisa Mayer auf den Mutterschaftsurlaub verzichteten oder wie Michelle Hunziker, die nach der Geburt bereits aus dem Spitalbett eine Videobotschaft verschickte, müsse ja noch jemand zu den Kindern schauen. Der Nebeneffekt wäre, dass sich dadurch die Aufstiegschancen für Männer verschlechtern würden. Vielleicht wäre das der erste Schritt für die «Gleich-schlecht-Stellung von Mann und Frau», argumentierte sie.

Das Land brauche neue Väter. In der Frühlingssession 2030 werde niemand mehr einem Politiker zuhören, der nicht mindesten ein Baby im «Snugli» um den Bauch gebunden habe, befand Grob. «Habt ihr gewusst, dass drei Viertel der Bauernfrauen keinen Lohn haben und daher offiziell nicht erwerbstätig sind?», fragte sie provokant. Lockerer sieht sie die Erfüllung letzter Wünsche oder den Alltag einer Kassiererin im Coop. Das Buch «Budäässä» ist im Buchhandel erhältlich.

www. frauenforum-spiez.com