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Australian OpenDjokovic holt souverän 18. Grand-Slam-Titel +++ Osaka ohne Mühe zum Titel +++

Das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres ist beendet. Hier erfahren Sie alles, was in Melbourne auf aber auch neben dem Platz passierte.

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Djokovic zeigt Medwedew den Meister

Gross waren die Erwartungen in Daniil Medwedew vor diesem Australian-Open-Final. Der seit 20 Partien unbesiegte Russe schien bereit für seinen ersten Grand-Slam-Titel, wozu er allerdings Novak Djokovic die erste Niederlage im 9. Final zuzufügen hatte. Die Hoffnung für den 25-jährigen Russen währte nur kurz, schon Mitte des zweiten Satzes zerschmetterte er einen Schläger, ein Symbol für die erloschene Hoffnung. Djokovic kam unerwartet leicht zu seinem 18. Grand-Slam-Titel, nach nur 1:53 Stunden stand das 7:5, 6:2, 6:2 fest. Damit liegt Djokovic nur noch zwei dieser Pokale hinter den gemeinsamen Rekordhaltern, Roger Federer und Rafael Nadal.

Medwedew hatte im ersten Satz ein 0:3 aufholen können. Im zweiten ging er sogar mit einem Break 1:0 in Führung – um die nächsten vier Games hintereinander abzugeben. Es war bereits die Vorentscheidung. Während Djokovic souverän servierte, retournierte und auch von der Grundlinie das Diktat innehielt, fiel Medwedews Spiel auseinander, teilweise schlug er die Bälle meterweit ins Aus. (rst)

Schnellster Finalsieg in Melbourne: Novak Djokovic
Novak Djokovic
Schnellster Finalsieg in Melbourne: Novak Djokovic
AP

Osaka triumphiert

Die Japanerin Naomi Osaka hat zum zweiten Mal das Australian Open gewonnen. Im Final am Samstag in Melbourne setzte sich die 23-Jährige gegen die amerikanische Aussenseiterin Jennifer Brady 6:4, 6:3 durch. Damit feierte Osaka ihren vierten Grand-Slam-Titel, nachdem sie zuvor in Australien bereits 2019 sowie bei den US Open 2018 und 2020 triumphiert hatte. Für ihren Erfolg bekam Osaka 2,75 Millionen australische Dollar (rund 1,8 Millionen Euro). Die 25-jährige Brady stand zum ersten Mal in ihrer Karriere in einem Grand-Slam-Final.

In der teilweise gefüllten Rod-Laver-Arena geriet die Aussenseiterin schnell ins Hintertreffen. Doch auch die Favoritin wirkte im ersten Satz sehr angespannt. Osaka begann zwar mit gleich zwei Assen im ersten Spiel und mit einem schnellen Break, streute aber an diesem windigen Tag in der australischen Metropole zunächst zahlreiche unerzwungene Fehler ein. Eine 3:1-Führung nutzte Osaka zunächst nicht. Nach dem 4:4 entwickelte sich die Partie aber auch dank Fehlern von Brady klar zu Gunsten der ehemaligen Weltranglisten-Ersten.

Zwei Tage nach ihrem Halbfinalerfolg über ihr Idol Serena Williams kam die 23-Jährige lange nicht an ihre Bestform heran. Sie steigerte sich im zweiten Satz aber deutlich, reduzierte ihre Fehlerquote und führte schnell 4:0. Drei Spielgewinne der Weltranglisten-24. liess sie noch zu, ehe sich Osaka zur Nachfolgerin der amerikanischen Vorjahressiegerin Sofia Kenin kürte. (dpa)

Dank Meisterstück zum Titel: Naomi Osaka. (Foto: Andy Brownbill/Keystone)

Medwedew besiegt Tsitsipas und steht im Final
Medwedew misst sich im Final vom Sonntag mit Djokovic.
Medwedew misst sich im Final vom Sonntag mit Djokovic.
Foto: Bai Xuefei (Keystone/Xinhua)

Der russische Tennisprofi Daniil Medwedew ist am Sonntag (9.30 Uhr) Gegner von Titelverteidiger Novak Djokovic im Final des Australian Open. Der ATP-Finals-Sieger gewann am Freitag im Halbfinal gegen den griechischen Weltranglisten-Sechsten Stefanos Tsitsipas 6:4, 6:2, 7:5. Damit zog der 25-Jährige in seinen zweiten Grand-Slam-Final nach dem US Open 2019 ein und hat erneut die Chance auf seinen ersten Titel bei einem der vier bedeutendsten Turniere.

«Ich bin sehr glücklich, im Final zu sein. Ich bin ein bisschen ängstlich und angespannt geworden», sagte der 25-Jährige, der 20 Matches nacheinander gewonnen hat. «Ich hoffe, ich kann sie noch ein bisschen aufrechterhalten», sagte er verschmitzt zu seiner Serie. (dpa)

Sabalenka/Mertens gewinnen Damen-Doppel

Aryna Sabalenka und Elise Mertens haben ihren zweiten gemeinsamen Grand-Slam-Titel im Doppel gefeiert. Im Final der Australian Open setzte sich das belarussisch-belgische Duo am Freitag gegen die beiden Tschechinnen Barbora Krejcikova und Katerina Siniakova mit 6:2, 6:3 durch. Sabalenka und Mertens waren an Position zwei gesetzt. (dpa)

Djokovic beendet das Märchen von Karazew
Karazew (links) musste sich Djokovic geschlagen geben.
Karazew (links) musste sich Djokovic geschlagen geben.
Foto: Mark Peterson (Keystone/Sputnik)

Novak Djokovic hat das Tennis-Märchen von Qualifikant Aslan Karazew souverän beendet und kann seine besondere Australian-Open-Geschichte mit dem neunten Titel krönen. Der Vorjahressieger aus Serbien liess seinem russischen Halbfinal-Kontrahenten mit dem 6:3, 6:4, 6:2 keine Chance und zog als erster Spieler bei den Männern in den Final ein.

Dort trifft Djokovic am Sonntag auf den russischen Grand-Slam-Titelanwärter Daniil Medwedew oder den griechischen Weltranglisten-Sechsten Stefanos Tsitsipas, die am Freitag (9.30 Uhr) gegeneinander spielen. Djokovic will mit seinem 18. Grand-Slam-Titel den Rückstand auf Roger Federer und Rafael Nadal (je 20) verkürzen.

Djokovic wackelte nur kurz

Gegen Karazew – die Nummer 114 der Weltrangliste – hatte der Branchenführende deutlich weniger Probleme als zwei Tage zuvor beim Viertelfinalerfolg über den Deutschen Alexander Zverev. In weniger als zwei Stunden machte der 33-Jährige bei der Rückkehr der Fans in die Rod-Laver-Arena nach dem fünftägigen Lockdown seinen neunten Finaleinzug beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison perfekt.

Djokovic wackelte nur kurzzeitig im zweiten Satz, als er 5:1 vorn lag, den Aussenseiter aber noch einmal auf 5:4 herankommen liess. Den dritten Durchgang eröffnete der Topfavorit mit einem Break. Zwar musste er zum 2:2 den Ausgleich hinnehmen, ging aber sofort wieder in Führung und überliess Karazew kein weiteres Spiel mehr.

Karazew hatte zuvor für Furore gesorgt, weil er als erster Spieler in der Geschichte des Profitennis bei seinem Grand-Slam-Debüt einen Halbfinal erreichte. Der 27-Jährige hatte sich erst über die Qualifikation einen Platz im Hauptfeld gesichert. (dpa)

Serena Williams geht unter Tränen

Nach ihrem Halbfinal-Aus hat Serena Williams ihre Pressekonferenz nach wenigen Minuten unter Tränen abgebrochen. Auf die Frage, ob sie sich beim Gang aus der Rod-Laver-Arena bereits von den Zuschauern verabschiedet habe und ob dies vielleicht ihr letzter Auftritt bei dem Grand-Slam-Tennisturnier in Melbourne gewesen sei, antwortete die 39-jährige Amerikanerin noch lächelnd: «Ich weiss es nicht. Wenn ich irgendwann Farewell sage, würde ich es keinem verraten. Also ...»

Serena Williams zeigte sich an der PK enttäuscht.
Serena Williams zeigte sich an der PK enttäuscht.
Foto: Rob Prezioso (Keystone/AP)

Als sie danach nach ihren vielen leichten Fehlern gefragt wurde und ob es einfach ein schlechter Tag gewesen sei, sagte die 23-fache Grand-Slam-Turniersiegerin: «Ich weiss nicht. Das wars.» Williams fing an zu weinen, stand auf und verliess den Interviewraum

Das Warten auf den Rekord

Zuvor hatte sie im Halbfinal gegen die Japanerin Naomi Osaka 3:6, 4:6 verloren. Damit verpasste sie die Chance auf ihren 24. Grand-Slam-Titel und die Einstellung des Rekordes der Australierin Margaret Court. 2017 hatte Williams in Melbourne zuletzt ein Grand-Slam-Turnier gewonnen, als sie bereits schwanger war.

Seit der Geburt ihrer Tochter stand Williams in vier Grand-Slam-Finals. 2018 verlor sie in Wimbledon gegen Angelique Kerber und bei den US Open gegen Osaka. 2019 musste sie sich in Wimbledon Simona Halep und bei den US Open Bianca Andreescu geschlagen geben. (dpa)

Williams-Bezwingerin Osaka im Final gegen Brady

Die amerikanische Tennisspielerin Jennifer Brady steht zum ersten Mal im Final eines Grand-Slam-Turniers. Im Halbfinal des Australian Open setzte sich die 25-Jährige gegen die Tschechin Karolina Muchova mit 6:4, 3:6, 6:4 durch. Im Final am Samstag (9.30 Uhr MEZ) trifft Brady nun auf Naomi Osaka. Die 23-jährige Japanerin gewann in Melbourne gegen Serena Williams 6:3, 6:4. (dpa)

Rückkehr der Fans mit 9661 Zuschauern

Nach dem Ende des Lockdowns in Melbourne haben 9661 Zuschauer das Australian Open besucht. Diese Zahl gaben die Organisatoren des Grand-Slam-Turniers am Donnerstag bekannt. Von Samstag bis einschliesslich Mittwoch waren keine Zuschauer zugelassen gewesen. Wegen eines Corona-Ausbruchs in einem Flughafen-Hotel war zuvor ein fünftägiger Lockdown verhängt worden.

Weil in der australischen Metropole in den vergangenen Tagen kein neuer Corona-Fall aufgetreten war, wurden die strengen Massnahmen wieder gelockert. An den verbleibenden Turniertagen dürfen nun jeweils maximal 7477 Zuschauer pro Session am Tag und am Abend auf die Anlage, wie die Organisatoren mitteilten. (dpa)

Russe Medwedew schlägt Landsmann Rublew

Der Weltranglisten-Vierte und ATP-Finals-Champion Daniil Medwedew steht nach einem Sieg gegen seinen russischen Landsmann Andrej Rublew im Halbfinal der Australian Open. Der 25-Jährige liess seinem zwei Jahre jüngeren Gegner keine Chance und gewann gegen den sichtbar von der Hitze geplagten Ranglisten-Achten nach 2:05 Stunden 7:5, 6:3, 6:2.

Für Medwedew war es der 19. Sieg in Serie und der elfte Erfolg nacheinander gegen einen Spieler aus den Top Ten. Ende des vergangenen Jahres hatte er das Masters-1000-Event in Paris und die ATP Finals in London gewonnen. Zu Beginn dieser Saison holte er mit Rublew den ATP Cup und entschied alle seine vier Einzel für sich.

Daniil Medwedew schaltete seinen Landsmann aus.
Daniil Medwedew schaltete seinen Landsmann aus.
Foto: Andy Brownbill (Keystone/AP Photo)

Stefanos Tsitsipas schaffte indes ein unwahrscheinliches Comeback: Der Grieche holte gegen den 20-fachen Grand-Slam-Sieger Rafael Nadal einen 0:2-Satzrückstand auf und steht sensationell im Halbfinal. Dort trifft er auf Daniil Medwedew. (dpa)

Zuschauer kehren zurück

In Melbourne sollen am Donnerstag wieder Zuschauer auf die Anlage dürfen. Der fünftägige Lockdown ende wie geplant um Mitternacht, teilte der Premierminister des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, am Mittwoch mit. In der australischen Metropole sei in den vergangenen Tagen kein neuer Corona-Fall aufgetreten, weshalb die strengen Massnahmen wieder gelockert werden könnten, erklärte Andrews.

Wegen eines Corona-Ausbruchs in einem Flughafen-Hotel war zuletzt ein fünftägiger Lockdown verhängt worden. Weil die Regierung die Tennisspieler in die Gruppe der «notwendigen Berufe» einstufte, durfte das Turnier fortgesetzt werden. Wie viele Zuschauer ab Donnerstag auf die Anlage dürfen, steht australischen Medienberichten zufolge noch nicht fest. Die Obergrenze war für die ersten Turniertage auf 30'000 Besucher pro Tag festgesetzt worden. (dpa)

Die Nummer 1 scheitert

Jennifer Brady hat das rein amerikanische Viertelfinale gewonnen und zum zweiten Mal die Halbfinals eines Grand-Slam-Turniers erreicht. Die 25-Jährige setzte sich am Mittwoch in Melbourne gegen die ein Jahr ältere Jessica Pegula mit 4:6, 6:2, 6:1 durch. Im Kampf um den Einzug ins Final trifft Brady nun in einem Überraschungs-Halbfinal auf die Tschechin Karolina Muchova. Die 24-Jährige hatte zuvor die australische Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty in drei Sätzen bezwungen. Das andere Halbfinal am Donnerstag bestreiten Serena Williams aus den USA und die Japanerin Naomi Osaka. (dpa)

Überraschend ausgeschieden: Ashleigh Barty, die Nummer 1 der Welt.
Überraschend ausgeschieden: Ashleigh Barty, die Nummer 1 der Welt.
Foto: Getty Images

Kenin musste sich operieren lassen

Titelverteidigerin Sofia Kenin musste sich nach ihrem überraschend frühen Aus bei den Australian Open in Melbourne den Blinddarm entfernen lassen. Sie habe wegen Bauchschmerzen den Turnierarzt aufgesucht, teilte die amerikanische Tennisspielerin am Mittwoch in den sozialen Netzwerken. Es sei eine akute Blinddarm-Entzündung diagnostiziert worden, sie sei am Montag operiert worden. Sie werde nun für einige Wochen keine Turniere spielen, teilte Kenin mit.

Die Weltranglisten-Vierte war als Vorjahressiegerin bereits in der zweiten Runde an der Estin Kaia Kanepi gescheitert. Kurz darauf verlor sie auch bei der Phillip Island Trophy in Melbourne völlig überraschend. (dpa)

Die Folgen des Zimmerarrests

Die Bilanz der 55 unglücklichen Einzelspieler, die während der 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft in Melbourne ihre Zimmer nicht verlassen durften, ist gemäss einer Analyse von ESPN desolat. Von den 26 Frauen scheiterte die Hälfte im Startspiel, nur eine – Jennifer Brady – überstand mehr als zwei Runden. Noch krasser: Die betroffenen 29 Männer holten insgesamt nur sieben Siege, davon sechs in Partien gegeneinander. In Runde 3 war keiner mehr übrig. Betrachtet man zudem die ungewohnte Häufung von Verletzungen – vor dem Viertelfinal gegen Aslan Karazew zwickte es auch Grigor Dimitrov im Rücken –, kommt man zum Schluss: Quarantäne – vor allem harte – kurz vor einem Grand-Slam-Turnier ist nicht nur wettbewerbsverzerrend, sondern auch gefährlich. (rst)

Die Ausnahme der Regel: Trotz harter Quarantäne erreichte Jennifer Brady die Viertelfinals.
Die Ausnahme der Regel: Trotz harter Quarantäne erreichte Jennifer Brady die Viertelfinals.
Getty Images
Osaka und Williams im Halbfinal

Die langjährige Weltranglisten-Erste Serena Williams ist in den Halbfinal eingezogen und hat damit weiter die Chance auf ihren 24. Titel bei einem Grand-Slam-Turnier. Die 39-jährige Amerikanerin besiegte die Weltranglisten-Zweite Simona Halep aus Rumänien am Dienstag mit 6:3, 6:3. Im Halbfinal am Donnerstag trifft Serena Williams auf die Japanerin Naomi Osaka. Die Melbourne-Siegerin von 2019 setzte sich mit 6:2, 6:2 gegen Hsieh Su-Wei aus Taiwan durch. Serena Williams gewann zuletzt 2017 in Australien ein Grand-Slam-Turnier und jagt seitdem den Allzeit-Rekord der Australierin Margaret Court. (dpa)

Qualifikant Karazew sensationell im Halbfinal

Der Weltranglisten-114. Aslan Karazew steht völlig überraschend im Halbfinal. Mit einem 2:6, 6:4, 6:1, 6:2 gegen den angeschlagenen Bulgaren Grigor Dimitrow erreichte der 27-jährige Russe am Dienstag die Vorschlussrunde in Melbourne. Karazew trifft nun auf den serbiscchen Weltranglisten-Ersten und Titelverteidiger Novak Djokovic. Karazew hatte sich erst über die Qualifikation einen Platz im Hauptfeld gesichert und ist der erste Spieler in der Geschichte des Profitennis, der bei seinem Grand-Slam-Debüt sofort die Halbfinals erreicht. (dpa)

Beim Grand-Slam-Debüt direkt im Halbfinal: Der Russe Aslan Karazew.
Beim Grand-Slam-Debüt direkt im Halbfinal: Der Russe Aslan Karazew.
Foto: Keystone

Nadal fehlen noch drei Siege zum Rekord

Rafael Nadal hatte am Australian Open schon oft Pech mit Verletzungen, beispielsweise 2014 im Final gegen Stan Wawrinka. Nachdem er dieses Jahr schon vor dem Turnier von argen Rückenproblemen eingeschränkt war, hat sich seine Lage in den letzten Tagen nun aber derart verbessert, dass sogar der Australian-Open-Titel möglich scheint.

«Wenn ich vergleiche, wo ich vor fünf Tagen stand und wo ich heute stehe, ist es komplett anders», sagte er nach dem 6:3, 6:4, 6:2 im Achtelfinal gegen Fabio Fognini. «Auch meine Perspektiven und meine Stimmung sind völlig verändert.» Der Mallorquiner steht ohne Satzverlust zum 13. Mal in Melbourne im Viertelfinal. Dort trifft der Sieger von 2009 mit Stefanos Tsitsipas auf einen Gegner, den er mit einer Ausnahme bisher immer bezwang (6:1). Der Grieche kam zu einem Forfait-Sieg über Matteo Berrettini, der an Bauchmuskelproblemen litt.

Der Abstecher ins Spital

Nadal hatte wegen seines Rückens den ATP-Cup nur als Zuschauer erlebt. «Während 19, 20 Tagen konnte ich gar nicht richtig trainieren.» Vergangenen Freitag begab er sich in Melbourne in ein Spital, um den Rücken mit einer medikamentösen Infiltration zu behandeln. «Der erste Satz gegen Fognini war zweifellos mein bester des Turniers. Aber das war auch normal, weil ich endlich wieder einmal zwei Tage hintereinander trainieren konnte», sagte der Weltranglistenzweite.

Ohne Satzverlust in den Viertelfinal: Rafeal Nadal. (Foto: James Ross/Keystone)

Seine Probleme waren erst in Melbourne aufgeflammt. Zuvor habe er auf Mallorca und während der Quarantäne in Adelaide «fantastisch» trainiert. Nadals Erleichterung über das Abklingen der Beschwerden und den Anstieg der Formkurve eröffnen ihm nun sogar eine vor kurzem noch unverhoffte Chance, schon die erste Möglichkeit zu packen, erstmals den Grand-Slam-Titelrekord zu verbessern. In Paris war er im Herbst mit seinem 20. Majorpokal erstmals zu Roger Federerer aufgeschlossen.

«Natürlich möchte ich möglichst viele Grand-Slam-Titel holen. Aber ich bin nicht besessen von dieser Idee», kommentierte er. Und fügte an: «Wenn die Ambitionen zu gross werden, kann das zu Frustration führen, wenn du scheiterst.» Ein versteckter Seitenhieb gegen Novak Djokovic, der den Major-Rekord zum klaren Ziel erklärt hat (und am US Open disqualifiziert wurde)?

Klar ist, dass Nadal (oder Tsitsipas) im Halbfinal auf einen Russen treffen würden: Daniil Medwedew, gegen den Nadal 3:1 führt, oder Andrej Rublew (2:0). Kein Wunder, ist der Spanier dieser Tage so gut gelaunt wie schon länger nicht mehr. (rst)

Medwedew im Viertelfinal

Bei den Männern kommt es ausserdem im Viertelfinal zu einem russischen Duell zwischen den ATP-Cup-Siegern Daniil Medwedew und Andrej Rublew. Der Weltranglisten-Vierte und ATP-Finals-Champion Medwedew gewann am Montag gegen den Amerikaner Mackenzie McDonald 6:4, 6:2, 6:3. Wenig später profitierte Rublew im Match gegen den Norweger Casper Ruud von der Aufgabe seines Gegners. Rublew führte 6:2, 7:6 (7:3), als Ruud nicht weiterspielen konnte. Über die Gründe war zunächst nichts bekannt.

Da auch der Qualifikant Aslan Karazew am Vortag weitergekommen war, stehen erstmals drei Russen im Viertelfinal. Karazew bekommt es am Dienstag mit dem Bulgaren Grigor Dimitrow zu tun, der sich gegen den Österreicher Dominic Thiem durchgesetzt hatte. Auch der Viertelfinal zwischen Alexander Zverev und dem Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic ist am Dienstag. (dpa)

Daniil Medwedew stellt seine starke Form unter Beweis. (Foto: David Gray/AFP)

Out für Switolina

Die Weltranglisten-Fünfte Jelina Switolina ist überraschend im Achtelfinal ausgeschieden. Die 26 Jahre Ukrainerin verlor am Montag gegen die ungesetzte Amerikanerin Jessica Pegula 4:6, 6:3, 3:6. Pegula ist die Nummer 61 der Weltrangliste und steht zum ersten Mal in ihrer Karriere im Viertelfinal eines Grand-Slam-Turniers. Dort trifft sie am Mittwoch auf ihre US-Kollegin Jennifer Brady, die gegen die Kroatin Donna Vekic mit 6:1, 7:5 gewann. (dpa)

Djokovic gegen Zverev im Viertelfinal

Mit dem 50. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier hat es Alexander Zverev zum zweiten Mal in den Viertelfinal des Australian Open geschafft. Der Deutsche bezwang den Serben Dusan Lajovic am Sonntag in Melbourne mit 6:4, 7:6 (7:5), 6:3. Nach 2:21 Stunden und einem Ass beim zweiten Matchball hatte der letztjährige Halbfinalist den erneuten Einzug in die Runde der besten acht am Dienstag sicher. Dort wartet der zuletzt gesundheitlich angeschlagene serbische Titelverteidiger und Weltranglisten-Erste Novak Djokovic. Der Serbe gewann gegen Milos Raonic nach fast drei Stunden in vier Sätzen mit 7:6, 4:6, 6:1, 6:4. (dpa)

Happy Slam? Nicht für die Schweiz

Der Begriff «Happy Slam» gilt in diesem Jahr aus verschiedenen Blickwinkeln nicht. Definitiv auch nicht aus Sicht der Schweizer: Nach Belinda Bencics Aus gegen Elise Mertens steht die kombinierte Bilanz des Schweizer Quartetts bei 3 Siegen und 4 Niederlagen. Man muss weit zurückforschen, um eine ähnlich triste Ausbeute zu finden – ins Jahr 1995, um genau zu sein. Damals war ebenfalls ein Quartett am Start, und dank Martina Hingis gewann es wenigstens eine Partie, während sich Marc Rosset, Jakob Hlasek und Emanuela Zardo unter die Starverliererinnen einreihten. Seither konnte die Schweiz in Melbourne unter anderem zehn Champions feiern – dreimal Hingis (97/98/99), sechsmal Federer und, sieben Jahre ist es her, einmal Stan Wawrinka. Allein dieses Trio sorgte in Melbourne für 197 Einzelsiege, wovon über die Hälfte (102) auf das Konto Federers ging. Tempi passati? (rst)

dpa

4 Kommentare
    Andreas Bollner

    Margaret Court hatte ihren Rekord erspielt zu Zeiten, als es noch nicht alle Wochen ein Turnier stattfand. Ergo wäre ein Ausgleich zur heutigen Zeit ohnehin nur zahlenmässig von Bedeutung. Der Leistungsausweis der Australierien wäre dann immer noch weit höher.