Wende mit langem Anlauf

Der BSV Bern Muri ist mit einem dramatischen Spiel in der Playoff-Viertelfinalserie gegen Kriens-Luzern 2:1 in Führung gegangen.

<b>Jubel bei Pedro Spinola (vorne) und seinen Teamkollegen:</b> Der BSV hat den grossen Pausenrückstand noch aufholen können.

Jubel bei Pedro Spinola (vorne) und seinen Teamkollegen: Der BSV hat den grossen Pausenrückstand noch aufholen können.

(Bild: Raphael Moser)

Reto Pfister

Fünf Sekunden vor Schluss fing der BSV Bern Muri den letzten Angriff von Kriens-Luzern ab, der Ball rollte ins Seitenaus. Ein Gästespieler hatte ihn zuletzt ­berührt, die Berner konnten die letzten Sekunden auf der Uhr herunterspielen. Es war dies der letzte Akt eines dramatischen Spiels, das der BSV 24:23 gewann und mit dem er in der Best-of-5-Viertelfinalserie 2:1 in Führung ging.

Die Partie beinhaltete alles, was Handball attraktiv macht, und mündete in einem Nervenspiel. In den letzten vier Minuten erzielte kein Team mehr ein Tor, selbst der in der zweiten Halbzeit überragende BSV-Portugiese Pedro Spinola scheiterte mit drei Abschlussversuchen. Dies wirkte sich schliesslich aber aus Sicht der Gastgeber nicht negativ aus. Der so wichtige zweite Heimsieg konnte errungen werden.

Schwache erste Hälfte

Vor der Pause hatte wenig darauf hingedeutet, dass die Berner als Sieger vom Platz gehen würden. Es kamen Gedanken auf, dass diese Partie das letzte NLA-Spiel in der Mooshalle gewesen sein könnte. Der BSV zieht im Sommer in die sich im Bau befindende Ballsporthalle um und hätte bei einer Niederlage möglicherweise in dieser Saison kein Heimspiel mehr bestritten. «Es wäre schwierig gewesen, in Kriens zu gewinnen, wenn wir heute in Rückstand geraten wären», meinte der achtfache Torschütze Spinola.

Die Berner lieferten in der ersten Halbzeit eine schlechte Leistung ab und gingen mit einem 10:15-Rückstand in die Pause. «Wir haben zu wenig als Team gespielt», bemängelte Spinola. «In der Garderobe haben wir deutlich angesprochen, dass wir aggressiver und geschlossener auftreten müssen.» Der Plan wurde umgesetzt. Der BSV setzte aus einer guten Deckung heraus zur Aufholjagd an, glich in der 44. Minute aus (17:17) und ging in der 53. Minute erstmals in Führung (22:21). Das Spiel unter Kontrolle bringen vermochten die Gastgeber nicht, die Führung behaupten aber sehr wohl.

Gut regenerieren

Bereits am Freitag steht in der Krienser Krauerhalle das vierte Viertelfinalspiel auf dem Programm. Bei einem Sieg stehen die Berner im Halbfinal und treffen dort auf Wacker Thun. Bei einer Niederlage kommt es am Sonntag (16 Uhr) in Gümligen zu einem fünften und entscheidenden Spiel. «Wichtig wird jetzt sein, gut zu regenerieren», sagte Spinola. Nach dem intensiven gestrigen Spiel wird es auch darauf ankommen, mit genug Kraftreserven anzutreten. Gerade bei einem älteren Spieler wie dem 34-jährigen Linkshänder.

BSV Bern Muri - Kriens-Luzern 24:23 (10:15)

860 Zuschauer. – SR Jergen/Zaugg. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen BSV Bern Muri, ­6-mal 2 Minuten plus Rote Karte (Schramm/51./grobes Foul) gegen Kriens-Luzern. – BSV Bern Muri: Marjanac (1)/Rosenberg (10. bis 23.); Lengacher (4), Heer (1), Baumgartner (2), Getzmann (4/1), Kusio, Spinola (8/3), Rathgeb (1), Szymanski (3), Rohr, Arn, Mühlemann. – Verschossene Penaltys: 3:0. – Schneeberger, Groff und Striffeler nicht eingesetzt.

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