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Kommandanten beim RapportWeniger Schäden, mehr Ausbildung

Mit weniger Schäden als im Vorjahr war 2019 ein gutes Jahr im Kanton und im Kreis Interlaken-Oberhasli. Doch am Rapport in Beatenberg ging es den Feuerwehrkommandanten um weitere Verbesserungen.

Kreisfeuerwehrinspektor Thomas Dummermuth (links) leitete den Kommandantenrapport; der Beatenberger Kommandant Bernhard Bühlmann (rechts) berichtete aus der Praxis.
Kreisfeuerwehrinspektor Thomas Dummermuth (links) leitete den Kommandantenrapport; der Beatenberger Kommandant Bernhard Bühlmann (rechts) berichtete aus der Praxis.
Foto: Sibylle Hunziker

Im Kanton Bern belief sich die Summe der Feuer- und Elementarschäden im letzten Jahr auf 54,8 Millionen Franken – im Vorjahr waren es 89,6 Millionen. Zugenommen haben Öl- und andere Chemieunfälle; und auch für technische Hilfseinsätze wurden die Feuerwehren öfter aufgeboten. 46 Prozent aller Alarme gingen tagsüber ein. «Aber gerade tagsüber ist die Verfügbarkeit der Milizfeuerwehrleute auch in unserem Kreis zunehmend ein Problem», sagte Kreisfeuerwehrinspektor Thomas Dummermuth am Kommandantenrapport vom Freitag in Beatenberg.

Gefragt seien deshalb neue Modelle. Für einen aufwendigen, aber guten Ansatz hält Dummermuth zum Beispiel die Mitarbeit in zwei Feuerwehren: tagsüber am Arbeitsplatz, nachts am Wohnort.

Ausrüstung verbessern

Auch im Kreis Interlaken-Oberhasli waren 136 Einsätze weniger als im Vorjahr zu verzeichnen. Mit den verbleibenden 593 Einsätzen konnten 15 Menschen und 6 Tiere gerettet und grosse Schäden meist verhindert werden. «Das war zum Teil Glück», meinte Dummermuth. «Vor allem aber war es ein enormer Einsatz, und auf allen Stufen wurde tolle Arbeit geleistet.» Trotzdem müssen sich die 15 Feuerwehren, die zu seinem Inspektorat gehören, ständig verbessern. «Luft nach oben» ortete Dummermuth insbesondere bei der Schutzausrüstung.

Die Kommandanten der Feuerwehren aus dem Oberland-Ost und ihre Stellvertreter versammelten sich zum Rapport in Beatenberg.
Die Kommandanten der Feuerwehren aus dem Oberland-Ost und ihre Stellvertreter versammelten sich zum Rapport in Beatenberg.
Foto: Sibylle Hunziker

Die Ausrüstung betraf auch einen Vorstoss von Karl Seematter aus Wilderswil. Er regte an, dass die Übungszentren «Ponchos» zum Schutz der teuren Schutzbekleidung zur Verfügung stellen, da sie sonst oft schon beim Üben Schaden nehme. In der Diskussion berichteten die Brienzer, dass sie selbst solche Ponchos angeschafft haben. Andere schlugen die Möglichkeit einer Miete vor. Inspektor Dummermuth wies darauf hin, dass die Ponchos die Übungssituation verändern, will aber die Anregungen mit den Übungszentren diskutieren.

Aus Erfahrung gelernt

Von einer erfolgreichen Verbesserung berichtete Bernhard Bühlmann, Kommandant der Feuerwehr Beatenberg. Nach einem Waldbrand auf den schwer zugänglichen Felsbändern ob dem Dorf 2016 hatten die Beatenberger Material zur Absturzsicherung und zur Installation eines Wasserbeckens im Gelände angeschafft und gezielt damit geübt.

Letztes Jahr hat die Feuerwehr zwei Brände im Bergwald auf den Felsbändern ob dem Dorf gelöscht.
Letztes Jahr hat die Feuerwehr zwei Brände im Bergwald auf den Felsbändern ob dem Dorf gelöscht.
Foto: Sibylle Hunziker

Dank der Vorbereitung und der guten Zusammenarbeit mit dem Helikopter konnte die Feuerwehr letzten Sommer zwei Brände löschen, die sich nach einem Blitzschlag tief in den trockenen Waldboden auf den Felsen gefressen hatten.

Thomas Dummermuth orientierte über organisatorische Neuerungen, Prävention, Aus- und Weiterbildung sowie über Gefahrenkarten für trockene Wälder, wie sie in einem Pilotprojekt der Feuerwehr Bödeli für die Gefahrenanalyse am Harder aufgenommen wurde. Für eine neutralere Verteilung der Einsatzkosten auf Kantonsstrassen wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt. An der Versammlung gaben schliesslich auch Pannen bei den Notfalltelefonnummern zu reden.