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BSV gegen BSV im CupWenn der Bruder zum Gegner wird

Die erste und zweite Mannschaft des BSV Bern treffen am Dienstag im Cup aufeinander. Und damit auch die Brüder Luca und Tiziano Mühlemann.

Luca (links) und Tiziano Mühlemann werden am Dienstag gegeneinander um den Ball kämpfen.
Luca (links) und Tiziano Mühlemann werden am Dienstag gegeneinander um den Ball kämpfen.
Foto: Susanne Keller

Sie sind Brüder, beste Freunde. In der Handballerfamilie Mühlemann aufgewachsen, in der schon der Vater und der Grossvater diese Sportart ausgeübt haben. Früh begannen sie schon damit, Bälle aufs Tor zu werfen. Erst in Münchenbuchsee beim Stammverein Handball Grauholz, später beim BSV Bern, wo der Vater Mitglied des Verwaltungsrats ist.

Luca (30) schaffte es als Kreisläufer ins NLA-Team und ist heute als Vizecaptain einer der Führungsspieler in der ersten Mannschaft.

Tiziano (25) ist ebenfalls auf der Kreisläuferposition zu Hause. Für ihn reichte es nicht auf die höchste Stufe, er spielt in der zweiten BSV-Mannschaft in der 1. Liga.

Wenn Luca spielt, sitzt Tiziano oft in der Gümliger Ballsporthalle auf der Tribüne. Die Erstligaspieler gehören zu denen, die das NLA-Team am lautstärksten anfeuern.

Wenn Tiziano spielt, drückt Luca oft die Daumen. Er ist meist nicht der Einzige aus dem Fanionteam, einige Spieler sind regelmässig an Erstligapartien anzutreffen.

Und nun spielen Luca und Tiziano gegeneinander.

Freies Los

Im Handball dürfen zweite Mannschaften eines Vereins am Schweizer Cup teilnehmen, im Gegensatz etwa zum Fussball. Und es bestehen keinerlei Einschränkungen bei der Auslosung; sie können auch auf die eigene erste Equipe treffen. Und genau das geschah am 11. September. BSV Bern 2 gegen BSV Bern lautet die Paarung im Sechzehntelfinal, die am Dienstag (20 Uhr) ausgetragen wird. «Wir freuen uns darauf», sagen Luca und Tiziano Mühlemann.

Sie werden sich auf dem Feld direkt begegnen. Tiziano kommt in der Abwehr auf einer Rückraumposition zum Einsatz, wird also auch gegen den Kreisläufer Luca verteidigen. Umgekehrt wird dies genauso der Fall sein. «Wir sind beide ehrgeizig, generell wird jeder zeigen wollen, was er kann», sagt Luca, der Ältere. «Ich kann mir sogar vorstellen, dass es ziemlich ruppig zu her und gehen kann.» Ruppig? Geschäftsführer Achim Dähler hatte nach Bekanntgabe der Auslosung den klaren Wunsch geäussert, dass sich in diesem Spiel niemand verletzen möge. «Ruppig in dem Sinn, dass beide Teams engagiert zu Werke gehen und es ein schönes internes Handballfest gibt», schränken beide ein.

Aus dem das NLA-Team mit grosser Wahrscheinlichkeit als Sieger hervorgehen wird. Profis und Halbprofis treffen auf Amateure. Luca Mühlemann gehört mit einer 60-Prozent-Anstellung als Projektleiter für Brandschutz am Bau zu denjenigen Spielern in der ersten Mannschaft mit dem grössten Arbeitspensum neben dem Sport. Sechs bis sieben Trainings in der Halle absolviert er wöchentlich, dazu kommen Einheiten im Kraftraum. Sein Bruder arbeitet zu 100 Prozent im Service in einem Berner Restaurant; er trainiert dreimal pro Woche mit dem Erstligateam.

«Den Niveauunterschied wird man sehen», sagt Tiziano, der Jüngere. 2018 unterlag sein Team im Cup Kadetten Schaffhausen mit 12:44, vor einem Jahr Pfadi Winterthur 16:32. Am Dienstag wird es wohl ebenfalls zu einem deutlichen Sieg für den NLA-Vertreter kommen.

Auch am Spieltag werden Luca und Tiziano Mühlemann Kontakt halten. «Wir werden uns wohl gegenseitig necken, spätestens dann, wenn wir uns in den Katakomben begegnen», sagen sie. Und nach der Partie mit einem Kaltgetränk anstossen. Denn eines ist sicher: Der BSV Bern wird im Cup-Achtelfinal vertreten sein.