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Schlosskeller Interlaken«Wie grobs Grien u nes alts Chilcheglüt»

Vorhang auf für die Saison 2020/21 des Schlosskellers: Ernst Hunziker brachte an der Premiere dem Publikum das Berndeutsch und seine Geschichte näher.

Ernst Hunziker stellte mit gut gewählten Kostproben die Entwicklung der berndeutschen Literatur im Lauf der Zeit vor.
Ernst Hunziker stellte mit gut gewählten Kostproben die Entwicklung der berndeutschen Literatur im Lauf der Zeit vor.
Foto: Anne-Marie Günter

«Bärndütsch isch Chärndütsch». Mit diesem Zitat des «Berndeutsch-Papstes» Otto von Greyerz begann der Interlakner Mundartautor Ernst Hunziker – vor der Pensionierung Zivilschutzkommandant – seine Führung durch die Geschichte des beliebtesten Dialekts der Schweiz. «Vielleicht ist es auch nur der beliebteste, weil alle immer sagen, er sei der beliebteste», relativierte er.

Als zweites Zitat erschien auf der Leinwand, die Hunziker auf die kleine Schlosskellerbühne gestellt hatte, Rudolf von Tavels Definition: «Bärndütsch isch e Sprach wie grobs Grien, aber o guethärzig wie nes alts Chilcheglüt». Chilche oder Chiuche? Im Lauf des Abends wurde klar: Das Berndeutsch existiert nicht. Schon allein von der wissenschaftlichen Sprachgrenze her: Die im Mittelland gesprochene Sprache ist dem Hochalemannisch zugeordnet, die im Oberland dem Höchstalemannisch.

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