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Interview mit Benimm-TrainerWie sag ichs dem Maskenverweigerer?

Man trifft sie überall: Menschen, die keinen Abstand halten, keinen Gesichtsschutz tragen – oder grundsätzlich nur unter der Nase. Tipps zum anständigen Umgang mit solchen Leuten in der Öffentlichkeit.

Die gesetzliche Vorgabe wäre eigentlich klar: Passanten mit und ohne Maske an der Zürcher Bahnhofstrasse.
Die gesetzliche Vorgabe wäre eigentlich klar: Passanten mit und ohne Maske an der Zürcher Bahnhofstrasse.
Foto: Ennio Leanza (Keystone)

Herr Schmidt, haben Sie selbst schon einmal jemanden darauf hingewiesen, die Maske aufzusetzen?

Alfred Schmidt: Es war tatsächlich schon umgekehrt. Ich bin ohne Maske mit dem Velo unterwegs gewesen. Dann habe ich gemerkt, dass mich einer angestarrt hat, und dachte mir: Das ist eine gute Methode, um jemanden auf die Maskenpflicht aufmerksam zu machen. Mir war in diesem Moment völlig klar, dass dieser Blick heisst: «He, he, he – du hast die Maske vergessen!»

Warum hatten Sie keine Maske auf?

Ich habe es einfach vergessen, das geht sicher vielen Leuten so. Gerade am Anfang ist mir das oft passiert. Es war aber nie Absicht. Die bösen Blicke von anderen haben mich dann meistens daran erinnert.

Ein böser Blick hilft also?

Bei mir schon. Meistens sind die Blicke ja eindeutig. Trotzdem wird das nicht bei jedem funktionieren.

«Mit Freundlichkeit und Höflichkeit kommt man am weitesten.»

Was dann?

Ich würde nicht vorwurfsvoll sagen: «Sie haben keine Maske auf.» Besser wäre: «Warum haben Sie denn keine Maske auf?» Ich gebe meinem Gegenüber damit die Chance, zu sagen, dass er schlicht vergessen hat, die Maske aufzusetzen. Ich gehe vom Besten aus und nicht davon, dass ich es mit einem Maskenverweigerer zu tun habe. Eine andere Möglichkeit wäre, einfach auf die eigene Maske zu deuten. Damit blamiere ich den anderen nicht, weil seinen Fauxpas nicht gleich jeder mitbekommt.

Und wenn das nichts bringt?

Meine Partnerin erklärt dann: «Wissen Sie, ich habe eine pflegebedürftige Mutter, die schon recht alt ist. Ich bin deswegen sehr vorsichtig.» Bisher hat sie noch nicht erlebt, dass jemand die Maske trotzdem nicht aufgesetzt hat. Was auch helfen kann, ist: «Wir sind uns ja beide einig, dass wir nicht krank werden wollen – ob mit Grippe oder Corona. Wir sind bloss unterschiedlicher Meinung, was die Maskenpflicht betrifft.»

Diskutieren Sie mit Maskenverweigerern?

Nein, grundsätzlich diskutiere ich nicht über irgendwelche Gesetze. Will doch jemand diskutieren, sage ich schlicht: «Ich habe eine andere Meinung. Ich setze die Maske auf, weil ich mich und andere schützen will.» Dann verabschiede ich mich und gehe. Mit Freundlichkeit und Höflichkeit kommt man am weitesten.

191 Kommentare
    Reto Stauffer

    Mit einer frischen, zertifizierten Maske mit einem Rückhaltevermögen von >70% stecken sich während einer begrenzten Tragedauer weniger, aber immer noch Menschen an, auch wenn beide eine Maske tragen. Alles andere nützt nichts und ist sogar kontraproduktiv und gefährlich. Die Tragepflicht im Alltag bewirkt ein hohes Aufkommen von Virenschleudern und Infektionen, die durch die Fummelei mit der Hand noch zusätzlich überall verteilt wird.

    Die Risiken und Folgeschäden durch die Rückatmung von CO2 sowie Ein-, Ausatmung und Verbreitung zusätzlich verkeimter Luft sind nicht zu unterschätzen. 85% der hospitalisierten Covid-Patienten im New Yorker Juli hatten gem. CDC-Studie die Maske häufig oder konsequent getragen. Die neg. Auswirkungen der ausgeweiteten Tragpflicht sind offensichtlich.

    Masken im Strassenverkehr sind eigentlich verboten und das zurecht. Abgesehen von der eingeschränkten Sicht besonders auf die Kleinen, verzögert die Totraum (ausgeatmete Luft unter der Maske, im Mund und in der Luftröhre in Milliliter) bedingte CO2-Rückatmung und infolgedessen Hypoxie die Reaktionsfähigkeit der Fahrer*innen erheblich! Auf dem Velo ganz besonders wegen dem erhöhten Sauerstoffbedarf in Bewegung. Ausserdem sind Ansteckungen zwischen Velofahrern und Fussgängern ausgeschlossen.

    Anscheinend wirkt sich die Be-vor-mund-ung mit der Maske auch negativ auf die Fähigkeit zu Denken aus, anders kann ich mir manche Aussagen hier sowohl im Artikel als auch in Kommentaren leider nicht erklären.