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Jugendseite PfefferWie sehen Farbenblinde die Welt?

Die Welt in Schwarz-Weiss: André Streilein hat eine totale Farbblindheit.

Der Unterschied zwischen farbenblindem und normalem Sehen.
Der Unterschied zwischen farbenblindem und normalem Sehen.
Foto: PD

André Streilein, 57, ist von Geburt an farbenblind, dies beeinträchtigt ihn in vielen Alltagssituationen. Zum Beispiel beim Kauf von Kleidungsstücken. «Schwierig für mich sind sicher Ampeln, vor allem bei Nacht», so Streilein.

Doch mit einfachen Tricks findet er sich auch ohne Farben gut zurecht. Bei der Ampel achtet er auf die Position des Lichts, beim Kleiderkauf lässt er sich von Familie und Bekannten helfen und bei rot markierten Textstellen in einem Dokument bittet er einfach kurz jemanden um Hilfe.

Obwohl André Streilein sich bestens zurechtfindet, gibt es dennoch Einschränkungen, bei denen er sich auch mit Tricks nicht helfen kann. André Streilein sagt: «Den Beruf des Busfahrers, Pilots oder Lokführers darf ich nicht ausüben.»

Reduzierte Wahrnehmung

Nur rund 3000 Menschen in Deutschland leiden an Achromasie – so lautet der medizinische Fachbegriff für die totale Farbenblindheit. Menschen, die an dieser seltenen Erbkrankheit leiden, sehen alles in Graustufen und können lediglich etwa 500 Kontraststufen unterscheiden, während normalsichtige Menschen rund 20 Millionen Farben unterscheiden können.

Bei dieser Fehlfunktion sind alle Zapfen - die Farbrezeptoren im menschlichen Auge – defekt beziehungsweise gar nicht erst vorhanden.

Nur in verschiedenen Graustufen zu sehen, könne aber auch Vorteile mit sich bringen, sagt André Streilein: «Bei Nacht sehe ich um einiges besser als Menschen, die nicht farbenblind sind.»