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Kampf gegen Pest und CoronaWie sich Bern vor 450 Jahren gegen die Epidemie wehrte

Historikerin Anne-Marie Dubler hat erforscht, wie Berns Obrigkeit einst die Pest einzudämmen versuchte. Mit einem Seitenblick auf die Corona-Pandemie.

Trauernde folgen den Sargtruhen mit Pesttoten, ohne Abstand und Schutzmassnahmen. Illustration einer Zürcher Chronik von 1582.
Trauernde folgen den Sargtruhen mit Pesttoten, ohne Abstand und Schutzmassnahmen. Illustration einer Zürcher Chronik von 1582.
Foto: «Berner Zeitschrift für Geschichte»

Die hastig ausgehobenen Gruben ausserhalb von Zürichs Stadtmauern sind schon bereit. Eilig tragen Männer drei Sargtruhen mit Pest-Opfern herbei. Ihnen folgen trauernde Männer und Frauen. Diese beklemmende Beerdigungsszene hat der Illustrator einer Zürcher Chronik von 1582 festgehalten. «Das war damals die Reaktion auf die Pest oder den Aussatz: schnell weit weg mit Kranken und Toten», kommentiert die Historikerin Anne-Marie Dubler das Bild.

Mit dem medizinischen Wissen von heute ist klar: Es ist eigentlich richtig, infizierte Kranke von anderen fernzuhalten. «Es war aber grausam, wie man gerade Aussätzige damals aussonderte», erwidert Dubler. Das historische Bild zeige auch, dass man in den finsteren Jahren der Pest von den heute geläufigen Verhaltensregeln im Umgang mit einer Epidemie keine Ahnung hatte: Abstand wahren, Hände waschen, Schutzmasken tragen.

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