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Geldblog: Langfristige SparpläneWie spart man effizient?

Wenn man bei Fondssparplänen auch die Gebühren im Auge behält, bieten sich attraktive Renditechancen. Hier finden Sie Fakten und Infos dazu.

Je länger der Anlagehorizont, umso gewichtiger die Gebühren: Denn der Zinseszinseffekt macht über die Jahre einen grossen Unterschied.
Je länger der Anlagehorizont, umso gewichtiger die Gebühren: Denn der Zinseszinseffekt macht über die Jahre einen grossen Unterschied.
Illustration: Christina Baeriswyl

Ich möchte für meine drei Enkel, zwei bis fünf Jahre alt, etwas für später zur Seite legen. Der Anlagehorizont ist somit mehr als zehn Jahre. Meine Hausbank, die Thurgauer Kantonalbank, empfiehlt mir ihren Zielsparplan. Ich denke dabei an die Variante mit 95 Prozent Aktien und der Gesamtkostenquote TER 1.52 Prozent. Würde zum Start pro Kind 1000 Franken anlegen, anschliessend per Dauerauftrag je 50 Franken monatlich. Gibt es eindeutig günstigere Indexfonds? Leserfrage von A.S.

Fondssparpläne wie Sie Ihnen Ihre Bank empfiehlt, sind aus meiner Sicht sinnvoll und ein gutes Instrument, wenn man langfristig mit Wertschriften sparen möchte. Sie eignen sich besonders für Grosseltern, die wie Sie für ihre Enkel den Sparbatzen mit einem langen Anlagehorizont anlegen möchten oder für Junge oder Familien, die für ein grosses Ziel sparen möchten.

Indem man in Anlagefonds investiert, hat man auf lange Sicht deutlich höhere Renditechancen, als wenn man sein Geld einfach auf dem Sparkonto liegen lässt, wo es kaum mehr Zins bringt. Der Pluspunkt von Fondsparplänen ist, dass man in der Regel bereits mit geringen Beträgen, teils ab 50 bis 100 Franken, einsteigen kann und man regelmässig investiert. Statt einen grossen Anlagebetrag auf einmal zu investieren, kauft man mit kleinen Summen regelmässig monatlich, viertel- oder halbjährlich Fondsanteile. Durch den regelmässigen Kauf geht man nicht das Risiko ein, dass man gleich alles Geld zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt investiert hat und dann lange auf Buchverlusten sitzt. Vielmehr erreicht man mit einem monatlichen Fondskauf über die Zeit einen attraktiven Durchschnittspreis.

Der Haken an der Sache ist leider, dass die Gebührenmodelle sehr unterschiedlich sind – ich würde gar von einem Gebührendschungel sprechen.

Das perfekte Timing beim Fondskauf erreicht man ohnehin fast nie. Darum ist es erfolgsversprechend, regelmässig Fondsanteile zu erwerben. Indem man zudem einen Dauerauftrag einrichtet und bei der Bank festlegt, dass dieser Betrag laufend in Fondsanteile angelegt wird, hat man auch die Sicherheit, dass man wirklich kontinuierlich spart und so die Basis für ein Vermögen legt. Solche Fondsparpläne bieten viele Banken an.

Der Haken an der Sache ist leider, dass die Gebührenmodelle sehr unterschiedlich sind – ich würde gar von einem Gebührendschungel sprechen. Während einige Institute bei solchen Fondssparplänen auf Depotgebühren und Ausgabe- und Rücknahmekommissionen für die Fonds verzichten oder diese reduzieren, greifen andere grosszügig zu ihren Gunsten zu. Erst recht unterschiedlich sind die weiteren Gebühren, die beim genutzten Fonds verrechnet werden. Hier gibt es Unterschiede von bis zu einem Prozent oder mehr, was viel ist und auf die Jahre hinaus dazu führt, dass man je nach Lösung mehr oder weniger auf der hohen Kante hat.

Im Falle des Ihnen von Ihrer Bank empfohlenen TKB Zielsparplans wird bei der Variante mit 95 Prozent Aktie eine hohe Gesamtkostenkennziffer Total Expense Ratio von 1,52 Prozent pro Jahr belastet. Immerhin sind Depot-Kontoführungsgebühren und Transaktionsgebühren bei dieser Lösung inbegriffen. Dennoch sind die Gebühren relativ hoch, was letztlich von der Rendite Ihrer Enkel abgeht.

Bei der Postfinance würden Sie für einen vergleichbaren Fondssparplan 0,15 Prozent für die Depotführung sowie einmalig 1 Prozent Ausgabekommission bezahlen. Wenn Sie dann für Ihr Vorhaben zum Beispiel den Postfonds 5 mit einem Aktienanteil von rund 75 Prozent nutzen würden, müssten Sie in dem Fonds nochmals Gebühren von 1,22 Prozent (TER) pro Jahr zahlen. Deutlich günstiger fahren würden Sie mit passiv verwalteten Indexfonds oder mit Exchange Traded Funds mit einer tiefen Gesamtkostenkennziffer TER. Beispiele dafür sind der Swisscanto (CH) Index Equity Fund Small Cap World ex CH FA CHF mit einer vergleichsweise tiefen TER von 0,34 Prozent und der Swisscanto (CH) Index Equity Fund Large Caps Switzerland FA CHF mit einer TER von 0,19 Prozent. Doch auch da müssten Sie bei den einzelnen Banken prüfen, wie viel Depot- und Transaktionsgebühren und allenfalls weitere Gebühren Sie zahlen.

Eine interessante Alternative bietet meines Erachtens Avadis an, die 1999 aus der Verwaltung der ABB Vorsorgeeinrichtungen entstanden und hauptsächlich für grosse institutionelle Kunden Vorsorgelösungen anbietet. Privatkunden haben aber ebenfalls die Möglichkeit, bereits ab 50 Franken in einzelne Fondsvehikel zu investieren. Beim Fonds, der breit diversifiziert weltweit auf Aktien setzt, beträgt die Total Expense Ratio 0,64 Prozent. Weitere Gebühren wie Depotgebühren oder Ausgabe- und Rücknahmekommission entfallen. Bei der Variante mit 80 Prozent Aktien beträgt die TER 0,62 Prozent. Sie würden somit fast ein Prozent weniger bezahlen als bei der Variante Ihrer Hausbank.

Da der Gebührenunterschied wegen des Zinseszinseffektes über die Jahre viel ausmacht, lohnt es sich, nicht nur die Leistungen der verschiedenen Fondsparpläne, sondern auch die Gebühren genau zu vergleichen.

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