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Das verdrängte SterbenDie vielen Corona-Toten in der zweiten Welle? Nur eine Zahl

In der Schweiz sterben viel mehr Menschen als gewöhnlich. Die Zahlen werden hingenommen, einfach so. Sind wir so abgestumpft? Haben wir verlernt, über den Tod zu sprechen?

Der Tod holt uns alle. Eva Niedermann weiss das. Sie hat sich mit ihm angefreundet. Sie weiss, wie die Schweizerinnen und Schweizer sterben wollen, es gibt Umfragen dazu. Im Schlaf. Nicht allein. Am liebsten zu Hause. Ohne Atemnot.

Niedermann gibt Kurse zum Sterben, «Letzte Hilfe» heissen sie. Sie sind ausgebucht, es gibt Wartelisten, seit Corona hat die Nachfrage noch einmal zugenommen. Am Freitag führte sie das erste Mal online in die Welt des Sterbens ein. Zehn Leute haben sich zugeschaltet. Niedermann beginnt stets mit derselben Frage: «Warum seid ihr da?» Dann erzählen die Menschen ihre Geschichten, von ihren Ängsten und davon, dass sie vorbereitet sein wollen, wenn es zu Ende geht. «Wir wollen heute besonders gut und individuell sterben», sagt Niedermann. Das sei eine gute Entwicklung, im Sinn von: Wir beschäftigen uns mit dem Thema. «Doch genauso wichtig wäre: Wie gehen wir damit um, wenn andere sterben? Das kann sehr schnell überfordern.»

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