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Olten-Verteidiger Philipp RytzWiedersehen in einer entscheidenden Saisonphase

Philipp Rytz trifft mit Olten im Playoff-Viertelfinal auf sein Ex-Team Langenthal. Und versucht, nicht zu sehr daran zu denken.


Philipp Rytz (links) im Duell mit seinem früheren Langenthaler Teamkollegen Simon Sterchi.

Philipp Rytz (links) im Duell mit seinem früheren Langenthaler Teamkollegen Simon Sterchi.
Leroy Ryser

Noch in der letzten Saison hat Philipp Rytz mit Gelb-Blau gejubelt, als Grün-Weiss verlor, jetzt aber soll es anders sein. Denn er spielt jetzt für den EHC Olten und nicht mehr für den SC Langenthal, mit dem er 2017 und 2019 zwei Swiss-League-Titel holte. «Ich versuche, nicht zu sehr daran zu denken. Auch wenn ich diese drei Jahre nicht gänzlich vergessen kann», sagt er selbst lachend. Speziell sei das Duell im Viertelfinal deshalb schon, zu speziell soll es aber eben auch nicht sein. «Letztlich ist es Playoff-Zeit. Und da will ich unbedingt gewinnen, gegen wen, ist egal.» Dafür werde er auch sein Wissen über seinen letztjährigen Arbeitgeber einbringen. Bereits habe er deshalb seine Mitspieler gewarnt: «Egal, wie die letzten Partien ausgesehen haben, Langenthal war noch immer auf den Punkt bereit. Sind wir das nicht, wird es schwierig – Niederlage gegen Winterthur hin oder her.» Für Rytz und Olten ist deshalb eines klar: «Wir nehmen jede Serie, als wäre es ein Final. Dann sind wir immer bereit, und irgendwann haben wir die letzte Partie gewonnen.» Letztlich sei auch dies das Ziel seines Teams. Aber eben, sagt der Routinier: «Schritt für Schritt.»

Auf Tschannen aufpassen

Dabei sei der erste Sieg am Mittwoch (19.45 Uhr, Kleinholz) besonders wichtig, um auf Touren zu kommen. Dass der EHCO in der Qualifikation das beste Heimteam war, könnte zusätzlich helfen. «Hier fühlen wir uns auch wohl, mit den Fans im Rücken», so der Captain der Solothurner. Nach dem letzten Derby in Olten sei dieser Vorteil aber mit Vorsicht zu geniessen, weil man da vom SCL quasi überfahren wurde. «Diese Partie werden wir als Massstab nehmen, wir sind also gewarnt und nehmen den Viertelfinal nicht etwa auf die leichte Schulter. Trotz Favoritenrolle», sagt Rytz. Spätestens da hat der EHCO zudem gemerkt, dass die grösste Gefahr Stefan Tschannen heisst, und nach dessen Hattrick im Dezember werde man sicherlich auch ein Auge auf ihn haben.

Grösser und kräftiger

Ansonsten spricht aber viel für den EHC Olten. Der Dritte der Qualifikation hat grössere und kräftigere Spieler in seinen Reihen, produktivere Ausländer, und Philipp Rytz selbst ist auch noch der beste Punktesammler bei den Verteidigern in seinen Reihen. «All das können Vorteile sein, wir wollen uns aber nicht etwa darauf verlassen, weil das mental heikel ist», sagt Rytz. Er wolle sich und sein Team nicht etwa schlechtreden, aber betonen, dass man bereit sei für eine enge Viertelfinalserie. «Wenn wir unsere Stärken ausspielen können, viel laufen, hart arbeiten, dann wird es für den SCL sicherlich schwer», sagt er. Dafür sei letztlich aber harte Arbeit nötig, vom ersten Spieltag an.

Da bleibt verständlicherweise die Frage, wo denn die Vorteile der Langenthaler liegen. Vielleicht bei Torhüter Philipp Wüthrich? Selbst in den Special Teams haben die Oltner zuletzt stark verbessert agiert, sodass sich der SCL nicht zu viele Hoffnungen machen darf. «Langenthal hat weiterhin viele Spieler, die wissen, wie man die Meisterschaft gewinnt», sagt Rytz. Prognosen zu machen, sei indes sowieso schwer, besonders im Playoff. «Diese Vorhersagen sind für Zuschauer wichtiger, wir fokussieren uns auf unsere Stärken und versuchen uns gut vorzubereiten.» Letztlich geht es im Sport auch immer um Leichtigkeit. Und höchstens da könnte für den Underdog Langenthal der vielleicht einzige Vorteil liegen. Unter Druck steht eigentlich nur der EHC Olten.