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Blick in fremde Gärten«Wir hätten nie gedacht, dass der Garten unser Hobby wird»

Als Beatrice und Bernhard Moor ihr Haus in Langenthal bezogen, war der Umschwung eine Nebensache. Doch das hat sich geändert: Die beiden haben eine Oase geschaffen – insbesondere für Rosenliebhaber.

Beatrice und Bernhard Moor geniessen ihr Plätzchen zwischen den Hortensiensträuchen.
Beatrice und Bernhard Moor geniessen ihr Plätzchen zwischen den Hortensiensträuchen.
Foto: Raphael Moser

Schon am Eingang zu Beatrice (75) und Bernhard Moors (82) Garten in Langenthal taucht man in eine andere Welt ein – saftiges Grün auf allen Seiten und das Summen von Bienen empfangen die Besucherin. In einem kleinen Teich schwimmen schillernde Goldfische; blühende Rosen, Hortensien und Clematis umrahmen den ordentlich gemähten Rasen.

Ein schön gepflegter Rasen, umrahmt von Blumen und Sträuchern.
Ein schön gepflegter Rasen, umrahmt von Blumen und Sträuchern.
Foto: Raphael Moser

Die grüne Oase ist der Beweis, dass man das Gärtnern auch lernen kann: «Ich hätte nie gedacht, dass das für uns zum Hobby wird», sagt Beatrice Moor lachend. Ihr Ehemann Bernhard Moor pflichtet ihr bei: «In meiner Kindheit hatte man einen Garten, um ihn zu nutzen, meine Familie zog Gemüse darin.»

Von der Wiese zum Urwald

Doch ein schöner Garten entstehe nicht plötzlich, viel Zeit und Teamarbeit haben die pensionierten Eheleute in ihr Hobby investiert. Angefangen hat alles 1973, als Moors in Langenthal ihr Haus bauten. Bernhard Moor zeigt ein Foto, eine Luftaufnahme aus dem Baujahr: Rund um den Neubau, wo sich heute ein lebendiges Quartier entwickelt hat, sieht man nur eine Wiese.

Zu Beginn hätten sie keine grossen Ambitionen für den Umschwung ums neue Haus gehegt, erinnert sich Beatrice Moor: «Dem Gärtner trugen wir nur auf, einige Bäume als Sichtschutz zur Strasse hin zu pflanzen.» Einige dieser Bäume stehen heute noch, andere wurden durch Hecken und Büsche ersetzt.

Ein Teich, in dem Goldfische ihr Zuhause gefunden haben.
Ein Teich, in dem Goldfische ihr Zuhause gefunden haben.
Foto: Raphael Moser 

Denn nach einigen Jahren sei das Grün vor dem Haus so dicht gewachsen, dass der Garten mehr einem Urwald glich, erzählt Beatrice Moor: «Da dachte ich mir: Das chas ja ned sii.» Und so begann sie, die sich nie gross für Pflanzen interessiert hatte, ihren Garten zu planen. Bernhard Moor packte bei den schweren Arbeiten mit an, die beiden holten sich Unterstützung und Rat bei Gärtnerinnen und Gärtnern, Nachbarn, Bekannten, im Familienkreis. Beatrice Moor las Bücher und Zeitschriften zum Thema, besuchte Ausstellungen, und wendete das Gelernte auch gleich bei sich zu Hause an.

Fordernde Rosen

Schon bald entdeckte sie auch ihre persönliche Lieblingsblume: die Rose. «Die Vielfalt und Schönheit dieser Pflanzen faszinierten mich schon zu Beginn», sagt Beatrice Moor. Als sie sich dann zum ersten Mal daran versuchte, englische Rosen im Garten zu pflegen, scheiterte das Projekt: Die Blumen fielen ab, das gepflanzte Bäumchen wollte nicht gedeihen.

Die Pflege der Rosen war für Hobbygärtnerin Beatrice Moor anfangs eine Herausforderung.
Die Pflege der Rosen war für Hobbygärtnerin Beatrice Moor anfangs eine Herausforderung.
Foto: Raphael Moser

«Im Garten gibt es immer etwas Neues auszuprobieren.»

Beatrice Moor

Doch ein Rückschlag war für Beatrice Moor noch kein Grund aufzugeben. Stattdessen fand sie einen Rosenzüchter in der Nähe und versuchte sich nochmals am Experiment, dieses Mal mit anderen Rosensorten. Und siehe da, im zweiten Anlauf glückte es: Seither sind Rosen in allen Formen und Farben zum fixen Bestandteil des Gartens geworden.

Im Garten von Moors gibt es in jeder Ecke etwas zu entdecken.
Im Garten von Moors gibt es in jeder Ecke etwas zu entdecken.
Foto: Raphael Moser

Gepflanzt wird, was Freude bereitet

Es ist ein Ort zum Erholen und Ausspannen, den sich Beatrice und Bernhard Moor in ihrem Garten geschaffen haben. Gepflanzt wird, was Freude bereitet, so auch die Weinrebe, die auf der Terrasse Schatten spendet: Die Traubenernte lassen Moors einmal jährlich zu ihrem eigenen Wein verarbeiten. Und auch Tomaten, Kräuter und Feigen werden im Garten geerntet.

Das Gartenjahr mit einem eigenen Wein krönen. Der Langenthaler Rosenstöckler aus den Trauben von Moors.
Das Gartenjahr mit einem eigenen Wein krönen. Der Langenthaler Rosenstöckler aus den Trauben von Moors.
Foto: Raphael Moser

Doch wichtiger sei es, einen Ort zu haben, wo man Zeit zusammen verbringen könne, erklärt Bernhard Moor, etwa wenn die drei Kinder mit ihren Familien zu Besuch kämen.

Und was ist es am Gärtnern, das das Interesse an diesem Hobby von Jahr zu Jahr aufrechterhält? Beatrice Moor muss nicht lange überlegen: «Das Schöne ist, dass man gar nicht so viel falsch machen kann. Wenn etwas nicht wächst, wächst es halt nicht. Dann pflegt man Blumen anders, setzt Pflanzen um oder entfernt sie sogar ganz. Es gibt immer etwas Neues auszuprobieren.» Und wenn man nach getaner Arbeit ein Glas Wein von der eigenen Rebe geniessen könne, umso besser.

Eine verträumte Ecke im Garten von Moors.
Eine verträumte Ecke im Garten von Moors.
Foto: Raphael Moser

In der Rubrik «Meine Oase» präsentieren Leserinnen und Leser ihre mit viel Freude und Können gestalteten Gärten und Terrassen.

1 Kommentar
    Nicki

    Wunderschön.