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Wütende Bürgermeister«Wir senden die Carabinieri mit Flammenwerfern»

In Italien gelten wegen des Coronavirus Ausgangsverbote. Manche Personen halten sich aber nicht daran. Italienische Politiker machen ihrem Ärger darüber in Videos Luft.

Valentina Winkler
Dringender Appell: Massimiliano Presciutti kann sich aufgrund der Vergehen nicht mehr halten. Video: Tamedia

Die Zahlen sind dramatisch: Laut dem lokalen Zivilschutz sind in Italien bisher mindestens 6820 Menschen an den Folgen des Coronavirus gestorben. Dennoch scheinen nicht alle Italiener den Ernst der Lage zu begreifen. Immer wieder verstossen Einzelne gegen Sicherheitsmassnahmen. Personen versammeln sich zum Sport, gehen zum Coiffeur oder planen Partys. Einige Politikern ärgert das sehr und sie weisen ihre Landsleute in Videos zurecht. Der Bürgermeister von Gualdo Tadino schimpft: «Wo zum Teufel geht ihr hin? Ihr müsst zu Hause bleiben!»

Es drohen harte Strafen

Seit der Einführung der Ausgangsverbote vor zwei Wochen hat Italiens Polizei mehr als zwei Millionen Menschen kontrolliert. Seit Montag dürfen die Sicherheitskräfte auch offiziell Drohnen zur Überwachung der Ausgangssperre nutzen. Bei Verstössen drohen Geldstrafen und ein Eintrag ins Strafregister. Ministerpräsident Conte hat die Bussen zudem von bislang maximal 206 Euro auf neu bis zu 3000 Euro erhöht.

«Jeder von uns muss mitspielen», sagte Conte vor Journalisten. Wenn alle Bürger sich an die Regeln hielten, dann schützten sie nicht nur sich selbst und ihre Angehörigen, sondern sie ermöglichten es auch, dass das ganze Land aus dieser Notsituation herauskomme.

Die gegenwärtigen Beschränkungen gelten bis 3. April. Es gibt aber bereits Spekulationen, dass sie verlängert werden. So erlaubt ein am Dienstag ergangenes Dekret der Regierung, die Massnahmen bis Ende Juli auszuweiten. Berichte, wonach seine Regierung dies bereits vorhabe, wies Conte zurück. Er hoffe, dass es «weit vorher» Lockerungen geben werde.

(REUTERS)