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Mallorca-Ferien«Wir versuchen, möglichst viel Normalität zu bieten»

Philippe C. Erhart, Chef von Universal Flugreisen, über den Re-Start auf Mallorca und Touristen in der Pionierrolle

Öffnet auf Mallorca auf den Re-Start hin vorerst 6 von insgesamt 14 Hotels: Universal-Flugreisen-Chef Philippe C. Erhart (68).
Öffnet auf Mallorca auf den Re-Start hin vorerst 6 von insgesamt 14 Hotels: Universal-Flugreisen-Chef Philippe C. Erhart (68).
Foto: Daniel Ammann

Heute Sonntag fliegen die ersten Gäste von Universal Flugreisen per Charter von Zürich nach Palma. Dem grössten Mallorca-Veranstalter auf dem Schweizer Markt, der in normalen Jahren bis zu 30’000 Gäste auf die Ferieninsel bringt, stellen sich neue Herausforderungen. Firmenchef Philippe C. Erhart, 68, bleibt trotz des sommerlichen Re-Start realistisch.

Erleben Sie nach Spaniens Grenzöffnung einen Buchungsansturm?

Die Nachfrage für die ersten Wochen, in denen wir wieder Mallorca-Ferien anbieten, bleibt noch bescheiden. Die Tendenz ist aber positiv. Die Passagiere, die jetzt fliegen, können sich ein wenig wie Pioniere fühlen. Ich hoffe, dass sie mit guten Erfahrungen zurückkommen werden und ihr Umfeld zu Mallorca-Ferien animieren.

Ist das Mallorca-Geschäft in diesem Jahr noch zu retten?

Wir haben vier Monate verloren, und die Auslastung wird sich erst ab September halbwegs normalisieren. Ich rechne, übers ganze Jahr gesehen, mit 20 bis 30 Prozent des Volumens von 2019. Aber diese Einschätzung ist eine Momentaufnahme. Die Lage kann sich, wie wir in den letzten Monaten gelernt haben, schnell ändern. Mit Sicherheit ist das die grösste Krise in der langen Geschichte von Universal Flugreisen.

Gefährdet Corona Ihr Unternehmen?

Die Lage ist ernst, aber wir schlagen keinen Alarm, und wir entlassen, anders als grosse Schweizer Reiseveranstalter, keine Angestellten oder geben ganze Geschäftsfelder auf. Dank guter Reserven überleben wir dieses Jahr und hoffen 2021 wieder auf einigermassen normale Umstände.

Begrüssten Sie die Aktion eines grossen deutschen Reiseveranstalters, der Mitte Juni, als in Spanien eigentlich noch Quarantänepflicht galt, Tausende von Touristen nach Mallorca einflog?

Die Aktion wurde auf jeden Fall in den Medien werbewirksam gespielt, und man gewann auf der Insel einige Erkenntnisse in dieser sehr speziellen Situation – am Airport etwa oder in den Hotels.

Wie viele Hotels eröffnet Universal im Hinblick auf den Re-Start?

Wir betreiben auf Mallorca 14 eigene Häuser, 6 öffnen wir jetzt – der Rest folgt hoffentlich am 19. Juli. Unsere Hotels sprechen verschiedene Kundensegmente an , in den Sommerferien müssen deshalb auch jene Anlagen bereit sein, die sich explizit für Familien eignen.

Wohnen in den Hotels nur Gäste von Universal?

Offenbar haben wir einen so guten Ruf, dass wir erstaunlich viele Anfragen von andern Hotels erhalten, die zwar selbst Buchungen angenommen hatten, aber jetzt doch nicht öffnen.

Worauf müssen sich Mallorca-Reisende gefasst machen?

Auf ähnliche Schutzkonzepte wie in der Schweiz, wobei die Spanier diese etwas strenger handhaben: Am Flughafen, im ÖV und in den Läden gilt schon lange Maskenpflicht. In den Hotels müssen keine Masken getragen werden, am Strand sind Abstandsregeln zu beachten. Wir versuchen, möglichst viel Normalität zu bieten, vermitteln Gästen und Mitarbeitenden aber ein Sicherheitsgefühl. Dafür haben wir ein Konzept erarbeitet, das man jederzeit anpassen kann.

«Mit Ausnahme eines Promotionsangebots halten wir an den Preisen fest. Billigangebote wären wirtschaftlich nicht zu vertreten.»

Bieten Ihre Hotels weiterhin Buffets an?

Ja, aber wir werden vermehrt mit Show Cooking arbeiten und auf diese Weise die Selbstbedienung am Buffet reduzieren. Beim Frühstück liegt zum Beispiel an jedem Platz eine kleine Zange aus Bambus. Damit kann sich der Gast individuell am Buffet bedienen.

Senkt Universal Flugreisen die Preise für Mallorca-Ferien?

Mit Ausnahme eines Promotionsangebots halten wir an den Preisen fest. Billigangebote wären wirtschaftlich nicht zu vertreten. Wir haben weiterhin hohe Fixkosten, ausserdem ist Sicherheit nicht gratis. Preissenkungen wären unfair, weil jene Kunden bestraft würden, die früh gebucht und die ihre Ferien verschoben haben.

Infos: www.universaltravel.ch