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«Veganuary» und Co. in der Kritik«Ein Monat Verzicht bringt gar nichts»

Ernährungswissenschaftler Uwe Knop hält nicht viel von Ernährungstrends. Von «Veganuary» oder «Dry January» erst recht nicht – das sei schlicht Schwachsinn.

Diät halten können andere: Szene aus dem Film «La grande bouffe», 1973.
Diät halten können andere: Szene aus dem Film «La grande bouffe», 1973.
Foto: Getty Images

Herr Knop, leben Sie im Januar enthaltsam?

Nein. Wenn man bei der Ernährung etwas verändern will, sollte das von innen kommen, nicht von einem bestimmten Datum. Wenn es jemandem Spass macht, sich selbst zu kasteien, dann soll er das tun. Und wenn es langfristig dazu beiträgt, ein besseres Leben zu haben – umso besser. Wenn man sich dabei aber nur darauf freut, im Februar wieder saufen und fressen zu können, bringt es überhaupt nichts.

Wie erklären Sie sich den Erfolg dieser Enthaltsamkeitsprogramme?

Menschen mögen festgelegte Rahmen und «offizielle» Vorgaben, wann etwas gesellschaftlich erwünscht ist – einfach, weil es dann ganz viele machen und man Teil des Kollektivs wird. So macht man mit, ist mitten in «der Bewegung», freut sich und postet fleissig in den sozialen Netzwerken. Das tut gut, weil man bei einer vermeintlich guten Sache aktiv mitmacht. Es ist in gewisser Weise auch eine Form der Gewissensberuhigung, auf die man sich anschliessend im Lauf des Jahres immer wieder berufen kann: Ich war dabei, ich habe es gemacht, ich kann es, ich habe «Gutes» getan.

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