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Saisonstart von Rotweiss Thun«Wir wollen die Finals angreifen»

50-Jahr-Jubiläum, ein neues Logo und ein neuer Trainer: Bei Rotweiss Thun lief in der Saisonvorbereitung so einiges, und die Ziele sind hochgesteckt.

Desirée Knecht war mit zehn Treffern am Sonntag gegen GC die beste Torschützin.
Desirée Knecht war mit zehn Treffern am Sonntag gegen GC die beste Torschützin.
Foto: Markus Grunder

Eigentlich wollte Rotweiss Thun am letzten Wochenende gehörig feiern. Zum Saisonauftakt war ein Festakt rund um das 50-jährige Bestehen des Vereins geplant. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. «Wegen Corona verschieben wir das Jubiläum nun halt auf nächsten April», sagt Präsidentin Ursula Haller.

Die ehemalige Nationalrätin und Gründungsmitglied von Rotweiss Thun verspricht im Hinblick auf diesen Event einen lustigen und fröhlichen Rückblick auf die Vereinsgeschichte mit vielen Ehrengästen, «was zum Zeitpunkt der Verschiebung schlicht zu unsicher war».

Harzige Auftaktpartie

Ein wenig feiern konnten die Thunerinnen dann doch, denn das Startspiel gegen GC Amicitia Zürich wurde mit 31:27 gewonnen. Der neue Trainer, Urs Mühlethaler, zeigte sich ob der Leistung jedoch nicht wirklich erfreut: «Das Angriffsverhalten und die Bewegung ohne Ball waren schwach. Das müssen wir unbedingt justieren.»

Der Trainer ist nicht das Einzige, was bei Rotweiss auf diese Saison hin neu ist. Das Logo wurde ebenfalls geändert. «Die Hand, die den Ball hält, ist nun femininer. Und auch beim Ball selbst und beim Schriftzug wurden kleine Änderungen vorgenommen», erklärt Ursula Haller.

Neo-Trainer Urs Mühlethaler im Gespräch mit Lucia Weibelova.
Neo-Trainer Urs Mühlethaler im Gespräch mit Lucia Weibelova.
Foto: Markus Grunder

Finanziell gesund – kadertechnisch weniger

Die Corona-Krise hat der Verein bislang gut verkraftet. Haller sagt: «Die Sponsoren zeigen eine unheimliche Treue.» Weniger gesund sind momentan einige Akteurinnen. Mit Laura Celeste Rotondo fällt die letztjährige Topskorerin wegen einer Bänderverletzung noch einige Wochen aus. Rund drei Monate müssen die Thunerinnen zudem auf Goalie Karmen Korenic verzichten, und gar die ganze Saison wird Flügel Adriana Lehmann fehlen – sie erlitt einen Kreuzbandriss.

Immerhin kehrte am Sonntag Liga-Topskorerin von 2018/19, Lucia Weibelova, nach einer langen Verletzungspause zurück und verbuchte sogleich neun Tore. «Wir werden Lucia mit der nötigen Spielpraxis wieder Schritt für Schritt heranführen», sagt Sportchef und Assistenztrainer Jürg Stender.

Weil Lehmann die einzige Linkshänderin im Team ist, sieht Mühlethaler Handlungsbedarf: «Wollen wir unseren Zielen, unseren hohen Ansprüchen gerecht werden, führt kein Weg daran vorbei, noch eine Linkshänderin zu verpflichten.»

Ambitionierte Thunerinnen

Stender unterstreicht trotz dem jetzigen Kaderengpass die Ambitionen des Clubs aus dem Berner Oberland: «Wir wollen die Finals angreifen, sowohl in der Meisterschaft als auch im Cup.»

Präsidentin Haller pflichtet dem Sportchef bei: «Wir steuern auf Richtung Titel zu.» Ein Jubiläumsfest mit einem Titel feiern zu können, hätte ja durchaus seinen Reiz.