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- Swissair Urteil im Zivilprozess in Brüssel im Streit um Sabena-Konkurs

Der Konkurs der belgischen Fluggesellschaft Sabena wird um ein Kapitel reicher: Rund drei Milliarden Euro wollen die Nachlassverwalter der Sabena und der belgische Staat von SAirGroup und SAirLines als Schadenersatz.

Das Urteil soll am Donnerstagnachmittag fallen. Am 4. Mai 1995 hatte die Swissair 49,5 Prozent an der Sabena übernommen. Der belgische Staat hielt 50,5 Prozent der Anteile. Die Anwälte des belgischen Staates und des Nachlassverwalters der Sabena machen die SAirGroup und ihre Tochter SAirLines für den Zusammenbruch der belgischen Fluggesellschaft 2001 verantwortlich. In erster Instanz unterlagen sie 2003 mit ihren Forderungen vor dem Handelsgericht. In den Plädoyers vor dem Appellationsgericht in Brüssel hatten sie Ende September 2010 nochmals geltend gemacht, dass die SAirGroup ab Mitte 1999 volle Kontrolle über die Sabena hatte. Der Schweizer Konzern habe wichtige Sabena-Posten mit seinen Leuten besetzt und damit Entscheide der Sabena beeinflusst. Dazu zählte laut den Anwälten der Kauf von rund dreissig Airbus- Maschinen. Dieser Entscheid habe den Konkurs der Sabena stark beschleunigt. Die Anwälte vertraten die These, dass Sabena, welche Gewinne gemacht habe, nur helfen sollte, die leeren Kassen der SAirGroup zu füllen. Über ihre effektive finanzielle Situation habe die SAirGroup den belgischen Staat im Dunkeln gelassen. Die Rechnungen seien «klar irregulär oder schon fast falsch» gewesen. Sabena «Fass ohne Boden» Dagegen stellten sich die Anwälte der SAirGroup in ihrem Plädoyer auf den Standpunkt, dass alle strategischen Entscheide durch den Verwaltungsrat der Sabena getroffen wurden. In diesem Gremium hatten die Vertreter des belgischen Staates die Mehrheit. Als Mehrheitsaktionär habe der belgische Staat nur eines gewollt, sagte Anwältin Céline Masschelein: «Sich von Sabena trennen, die ein Fass ohne Boden war». Sie verwies zudem auf eine Aussage von Elio Di Rupo. Der heutige Präsident der französischsprachigen Sozialisten war beim Verkauf der belgischen Anteile an die Swissair Wirtschaftsminister. Di Rupo habe nach dem Konkurs der Sabena erklärt: «Sabena hatte klar die Leitung der Gesellschaft und ist also einzige Verantwortliche ihres Konkurses». Bezüglich des Vorwurfs der «irregulären Rechnungen» hatte die Zürcher Staatsanwaltschaft im Oktober 2008 festgehalten, dass keine Jahresrechnungen vorsätzlich geschönt worden seien. Dem Verwaltungsrat, den Managern der SAirGroup und den Verantwortlichen der Revisionsfirmen könne kein Täuschungsvorwurf gemacht werden. Fall vor internationalem Gerichtshof Im Fall des Konkurses der Sabena ist ein weiteres Verfahren vor dem internationalen Gerichtshof in Den Haag hängig. Dort hatte der belgische Staat im Dezember 2009 eine Klage gegen die Schweiz eingereicht. Notiz an die Redaktion: Sie erhalten bis 18.00 Uhr eine Zusammenfassung

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