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2011 Wachsende Zuversicht bei Top-Managern für Euro-Zone Zunehmendes Vertrauen in Krisenlösungs-Kompetenz Von Paul Taylor, Reuters

Davos Die in Davos versammelten Spitzen der europäische Geschäftswelt sehen wachsende Chancen für eine Lösung der Schuldenkrise in der Euro-Zone ohne allzu grosse Verluste für private Investoren.

Die Ausweitung der Schuldenkrise ist das grosse Thema am Weltwirtschaftsforum (WEF). «Wir gehen davon aus, dass es den Euro als Währung auch weiterhin geben wird und die Länder des Währungsraumes mit ihren Problemen zurande kommen», sagte Dieter Wemmer, Finanzchef des Versicherers Zurich Financial Services (ZFS). Er hält es zwar für möglich, dass private Investoren bei Anleihen von südeuropäischen Krisenstaaten um Abschläge auf ihre Forderungen gebeten werden könnten. Doch sollten die Verluste in Grenzen bleiben. «Ich denke, es gibt die Wahrscheinlichkeit, dass es in einigen Regionen zu einem 'haircut' kommen könnte - doch so dramatisch sollte das nicht ausfallen», erklärte der Manager. Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen im März bei ihrem Gipfel ein umfassendes Konzept beschliessen, wie mit Schuldenkrisen im Euro-Raum künftig umgegangen werden soll. Dabei geht es um einen permanenten Krisenlösungs-Mechanismus, um mehr Finanzdisziplin und strenge Verpflichtungen für Reformen. EZB fordert Kauf von Staatsanleihen In einem Interview mit dem Reuters Insider TV hatte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Mittwoch noch einmal für eine Stärkung des geltenden Euro-Rettungsschirms EFSF von 440 Milliarden Euro «in Qualität und Quantität» geworben. Der Fonds sollte so flexibel wir möglich sein. Zudem sollte er nach Trichets Meinung Obligationen von Euro- Krisenländern kaufen können. Derzeit ist es die EZB, die seit Mai solche Bonds von Griechenland, Irland und Portugal zur Stabilisierung des Marktes und als Hilfe für diese Länder aufgekauft hat. Schuldenprobleme gibt es aber nicht nur in Europa. Die Rating- Agentur Standard & Poor's wertete am Donnerstag auch Japans Bonität ab. Domenico Siniscalco, Chef von Morgan Stanley Europe und frühere italienische Finanzminister, sagte, er glaube, es werde gelingen, eine Lösung für die europäischen Probleme zu finden. Nach seiner Auffassung könnte der geschaffene Krisenfonds für die Euro-Länder «die Keimzelle eines europäischen Finanzministeriums» werden. Die grosse Nachfrage bei der ersten Anleihe-Platzierung des Fonds zeige, dass er das Vertrauen der Märkte habe. Rückkauf am Bondmarkt Ein führender europäischer Versicherungsmanager verwies auf mehrere Möglichkeiten von Krisenländern wie Griechenland und Irland für eine Reduktion ihrer Schuldenlast, ohne den Gläubigern einen begrenzten Forderungsverzicht zuzumuten. Sie könnten einerseits ihre Anleihen selbst am Sekundärmarkt mit einem Abschlag zurückkaufen. sie könnten aber auch zu geeigneter Zeit ihre Rückzahlungsfristen bei Bonds verlängern - etwa durch die befristete Aussetzung von Tilgungszahlungen. Solche Lösungen seien jedenfalls wahrscheinlicher als eine Umschuldung verbunden mit hohen Abschreibungslasten für die Gläubiger.

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