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Anlagebetrug Fall ASE kostet BKB-Chef Matter das Amt - Fehler am Standort Zürich

Der mutmassliche Anlagebetrugsfall ASE Investment AG kostet den CEO der Basler Kantonalbank (BKB), Hans Rudolf Matter, den Job.

Alleine bei Kunden der Fricktaler ASE mit BKB-Konten seien Verluste von über 100 Millionen Fr. entstanden, teilte die BKB am Dienstag mit. Matter begründe seinen Rücktritt mit seiner Gesamtverantwortung für das operative Geschäft. Er will sich vorzeitig pensionieren lassen. Der Bankrat wertet den Rücktritt laut Mitteilung als «konsequenten Schritt» und dankt Matter. Interims-Nachfolger wird Stellvertreter Guy Lachappelle, bisher Leiter Firmenkunden und Institutionelle. Die BKB hatte den Fall ASE im März selber ins Rollen gebracht mit einer Strafanzeige gegen die Firma, nachdem ihr faule Kontoauszüge aufgefallen waren. Jetzt belege der Bericht der danach bestellten externen Untersuchung, dass die ASE Kunden «offenbar systematisch in vertragswidriger und vermutlich strafbarer Weise geschädigt» habe. Relativiertes Kulanz-Versprechen Die BKB ist nur eine von mehreren Banken, die in den Fall ASE involviert sind - insgesamt vermutet man derzeit etwa 500 geschädigte Anleger mit Verlusten von 300 Millionen Franken. Bei der BKB hätten ASE-Kunden durch «das Netz von Lügen und Intransparenz» «etwas über 100 Millionen Fr.» verloren, plus Gebühren und Kosten. Weder die ASE noch ihre Organe seien wohl in der Lage, die Verluste zu decken. Die BKB verspricht daher ihrer betroffenen Kundschaft Kulanz: Sie wolle sich über Schadensbeteiligungen gütlich einigen - ohne Haftpflicht-Anerkennung. Allerdings habe die Kundschaft auch «erhebliche Eigenverantwortung», denn sie habe die ASE gewählt und mandatiert. Die ASE hatte namentlich bei der Zürcher Private-Banking-Filiale der Basler Kantonalbank für ihre Kunden Konten eröffnet. Gemäss Untersuchungsbericht haben es «einzelne Mitarbeitende der BKB am Standort Zürich» an der «erforderlichen Wachsamkeit fehlen» lassen und der ASE stark vertraut. Köpferollen in Zürich Die Leitung der Zürcher Private Banking-Abteilung der BKB habe ihre interne Aufsichts- und Kontrollverantwortung zuwenig wahrgenommen. Die BKB wolle sich jetzt von drei Mitarbeitenden in Zürich trennen; gegen vier weitere würden schriftliche Verwarnungen ausgesprochen. Für strafbare Handlungen seitens der BKB gebe es keine Anzeichen. Der Untersuchungsbericht stelle zudem fest, dass 2010 getroffene «Massnahmen zur Steuerung der Rechts- und Reputationsrisiken aus ihrer Geschäftsbeziehung zur ASE aus bankregulatorischer Sicht ungenügend waren.» Dennoch bestehe für ihre bankinterne Organisation «kein Handlungsbedarf», zitiert die BKB den Bericht. Die BKB habe bereits bei einer Neuausrichtung des Private Banking Geschäftes ab 2011 unter anderem ihren Umgang mit externen Vermögensverwaltern geändert. Von einigen habe sie sich seither getrennt. Auch sei am Standort Zürich das Vergütungssystem geändert und ein neuer Private Banking-Leiter eingesetzt worden. Die BKB will am Dienstagmorgen an einer Medienkonferenz über den Fall, den Untersuchungsbericht und die Konsequenzen informieren. Notiz an die Redaktion: folgt Zusammenfassung nach MK bis 1500

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