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Auch die Commerzbank wegen Iran-Geschäften unter Beschuss

Frankfurt/London Die deutsche Commerzbank ist neben anderen Geldinstituten wegen möglichen Geschäften mit dem Iran im Visier der US-Behörden.

Daher weise die Bank aus juristischen Gründen in Börsenprospekten auf mögliche finanzielle Risiken hin, sagte ein Commerzbank-Sprecher am Mittwoch in Frankfurt am Main. «Daraus kann aber nicht abgeleitet werden, dass wir davon ausgehen, dass diese Risiken auch tatsächlich in jedem Fall eintreten», erklärte er. Die Wochenzeitung «Die Zeit» hatte zuvor berichtet, die Commerzbank habe für mögliche Verstösse gegen US-Sanktionen Rückstellungen gebildet, die sich laut der Bank «erheblich negativ» auswirken könnten. Auch ein teurer Vergleich könne nicht ausgeschlossen werden. Laut Medienberichten aus den USA untersuchen die US-Ermittler auch die Geschäfte der Deutschen Bank. Zuletzt hatte die britische Bank Standard Chartered ähnliche Vorwürfe mit einem Vergleich über 340 Millionen Dollar beigelegt. Die niederländische Bank ING zahlte sogar 619 Millionen. Auch die Royal Bank of Scotland (RBS) ist im Zuge dieser Ermittlungen wieder in den Schlagzeilen: Nach einem Bericht der «Financial Times» hat ein Risikomanager die Bank infolge einer internen Untersuchung der Fälle verlassen. Die britische Bank nahm dazu keine Stellung. Sie hatte bereits 2010 eine halbe Milliarde Dollar gezahlt, um ähnliche Vorwürfe gegen ihre 2007 gekaufte Tochter ABN Amro aus dem Weg zu räumen. Bei der Commerzbank läuft ebenfalls bereits seit 2010 eine interne Untersuchung, ob es bei Transaktionen zu Verstössen gegen die Iran-Sanktionen gekommen sein könnte, die über die USA in Dollar abgewickelt wurden. Die US-Behörden hätten die Bank darum gebeten, hatte Firmenkunden- Vorstand Markus Beumer im November 2010 bereits eingeräumt. Ergebnisse liegen bisher nicht vor, wie der Sprecher am Mittwoch sagte. Das Neugeschäft mit dem Iran hat die Commerzbank nach eigenen Angaben 2007 eingestellt, drei Jahre später wurde auch die Vertretung in Teheran geschlossen.

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