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Bankia fordert Spanien neue Milliarden-Opfer ab

Madrid Der marode Sparkassen-Konzern Bankia entwickelt sich immer mehr zu Spaniens Achillesferse.

Der Finanzbedarf des teilweise bereits vom Staat übernommenen Instituts steigt weiter. Über 15 Milliarden Euro zusätzliche Rettungsgelder will Bankia haben, wie aus Finanzkreisen verlautete. Der Hilfsantrag und der Restrukturierungsplan von Bankia sollten am Freitagabend bekanntgegeben werden. Daher wurde der Handel der Bankia-Aktie davor ausgesetzt. Die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy wird nicht umhin können, sich mit frischen Mitteln an den Finanzmärkten zu versorgen, um die Sanierung der Problembank zu stemmen. Die Zeiten dafür sind denkbar ungünstig. Da die Anleger fürchten, dass Spanien in den Strudel der europäischen Schuldenkrise gerissen wird und am Ende doch um internationale Hilfen bitten muss, verlangen sie von der Regierung in Madrid sehr hohe Zinsen. Ausserdem birgt die Rettung von Sparkassen erheblichen politischen Zündstoff. Denn gleichzeitig streicht Rajoy etwa die Ausgaben für Schulen und Krankenhäuser kräftig zusammen. Um die europäischen Defizit-Vorgaben zu erfüllen, plant der Regierungschef Einsparungen von mehr als 45 Milliarden Euro in diesem Jahr. Die viertgrösste Volkswirtschaft der Euro-Zone büsst hart für die Immobilienblase, die vorübergehend die Konjunktur zum Blühen brachte, dann aber 2007 und 2008 platzte. Das Land befindet sich mittlerweile in einer zweiten Rezession und leidet unter einer Arbeitslosigkeit in Rekordhöhe. Der Häuserpreis-Crash traf vor allem die Sparkassen, die nun auf einem Berg fauler Kredite sitzen. Mehrfach hat die Regierung inzwischen Befreiungsschläge versucht und Rettungspakete für die Bankenbranche geschnürt. Zudem drängt sie die Institute zu Notfusionen. Bankia ist ein solches Konglomerat aus sieben Instituten - und erweist sich mittlerweile als Milliardengrab. Die Geldlücke wurde in den vergangenen Monaten immer höher beziffert. 4,5 Milliarden Euro hat die Regierung bereits in die Sparkasse gepumpt. Den zusätzlichen Bedarf hatte Wirtschaftsminister Luis de Guindos noch am Mittwoch lediglich mit mindestens neun Milliarden Euro angegeben. Doch nun dürften es deutlich mehr werden - und die Gesamtrechnung auf rund 20 Milliarden steigen.

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