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Baselworld muss um Bulgari bangen

Der Luxusgüterkonzern Bulgari sagt für dieses Jahr seine Teilnahme in Basel ab. Das Coronavirus ist wohl nur ein vorgeschobener Grund dafür.

Isabel Strassheim
Das Angebot wird übersichtlicher: Besucher der Baselworld im Frühling 2015. Foto: Georgios Kefalas (Keystone)
Das Angebot wird übersichtlicher: Besucher der Baselworld im Frühling 2015. Foto: Georgios Kefalas (Keystone)

Die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld verliert einen weiteren wichtigen Aussteller: Bulgari sagt seine Teilnahme überraschend ab. Als aktuellen Grund nennt der Luxusgüterkonzern das Coronavirus. Die Baselworld beginnt zwar erst Ende April, aber Bulgari geht davon aus, dass chinesische Händler an der Messe fehlen werden. Allerdings spielen auch generelle Gründe bei der Absage eine Rolle.

Bulgari-Chef Jean-Christophe Babin machte klar, dass für eine künftige Teilnahme an der einst weltgrössten Uhren- und Schmuckmesse Terminplanung, Konzept und auch die Kosten stimmen müssten. Ob der Konzern 2021 und in den nächsten Jahren nach Basel kommen werde, will er Ende Juni entscheiden.

«Die Verhandlungen zwischen Bulgari und der Messe über eine weitere Zukunft beginnen jetzt», erklärt Baselworld-Chef Michel Loris-Melikoff dieser Zeitung. Dabei dürfte die aktuelle Absage einen Vorteil für den Luxusgüterkonzern darstellen. Er hatte auf der Uhrenmesse in Dubai im Januar schon seine Neuheiten erfolgreich den weltweiten Medien und wichtigen Händlern vorstellen können. Bulgari zeigt damit, dass die Baselworld unwichtig für den Konzern geworden ist. Bis vor wenigen Jahren war der italienische Uhren- und Schmuckkonzern dort noch mit einer markanten, eigenen Messehalle präsent gewesen.

Auch Swatch sagt Messe ab

Bulgari gehört mehrheitlich dem französischen Luxusgüterkonzern LVMH und tritt an Messen zusammen mit dessen Uhrenmarken TAG Heuer, Hublot und Zenith auf. Diese werden an der Baselworld vertreten sein, wie die Veranstalterin betont.Die Messe soll vom 30. April bis 5. Mai stattfinden.

«Wir beobachten die Entwicklung des Coronavirus und sind in engem Kontakt mit den Behörden», sagt Loris-Melikoff. Er gehe davon aus, dass die Messe nicht abgesagt werden muss. Ein genereller Ausfall wäre besonders gravierend, denn die Ausstellung will dieses Jahr ihr neues Konzept mit zusätzlichen Plattformen für Aussteller präsentieren, um sich zukunftsfähig zu zeigen. Denn die Baselworld verzeichnete zuletzt schwindende Aussteller- und Besucherzahlen. Der grösste Teilnehmer, die Swatch Group, hatte ihr vor zwei Jahren den Rücken gekehrt und ihre eigene Messe in Zürich inszeniert. Sie sollte Anfang März stattfinden –ist aber für dieses Jahr wegen des Coronavirus abgesagt worden.

Die Messebetreiberin MCH Group kämpft insgesamt um ihre Zukunft: Sie sucht neue Investoren, um neue Strategien zu finanzieren. Welche das sind, ist noch nicht publik. Erwogen wird unter anderem auch, die beiden Messeschwergewichte Art Basel und Baselworld auszugliedern und zu verkaufen. Erfolgreiche Verhandlungen mit Bulgari für deren Verbleib in den weiteren Jahren sind deshalb besonders wesentlich. Über der MCH Group hängt zudem die Drohung eines Gerichtsverfahrens, mit dem der private Grossaktionär Erhard Lee eine Sonderprüfung der Strategie durchsetzen will. Er hat sich in den vergangenen Monaten immer wieder kritisch zur Ausrichtung des Unternehmens und zum Einfluss der Politik bei der MCH Group geäussert.

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