Chicago-Börse plant offenbar Gegenschlag

Die Börse von Chicago erwägt womöglich, die geplante Fusion der beiden Konkurrenten NYSE und Deutsche Börse zu unterminieren. Die Rede ist von einer feindlichen Übernahme der New Yorker Börse.

Wehrt sich gegen die geplante Grossfusion: Die Chicago Mercantile Exchange (CME).

Wehrt sich gegen die geplante Grossfusion: Die Chicago Mercantile Exchange (CME).

(Bild: AFP)

Während die Entscheidung über eine Fusion der Börsen in Frankfurt am Main und New York näher gerückt scheint, droht den Plänen Konkurrenz. Nach einem US-Medienbericht erwägt die Handelsplattform CME Group in Chicago ein feindliches Übernahmeangebot für die europäisch-amerikanische NYSE Euronext. Die Deutsche Börse in Frankfurt bestätigte zudem zunächst Berichte nicht, demnach eine grundsätzliche Einigung mit New York erreicht sei.

Dem Vernehmen nach beriet am Dienstag der Aufsichtsrat der Deutschen Börse über das Zusammengehen mit NYSE Euronext. Ein Sprecher der Deutschen Börse wollte das nicht bestätigen. Er verwies darauf, dass das Unternehmen wie üblich seine Bilanzzahlen am Dienstagabend nach Börsenschluss veröffentlichen werde. Am Mittwoch folge dann die reguläre Bilanzpressekonferenz.

Die beiden Börsenbetreiber hatten am vergangenen Mittwoch mitgeteilt, dass sie in fortgeschrittenen Verhandlungen über eine Fusion seien. Demnach solle an dem neuen grössten Börsenkonzern der Welt die Deutsche Börse etwa 60 Prozent der Anteile bekommen. Die operative Führung des neuen Unternehmens solle bei dem bisherigen Chef der New York Stock Exchange, Duncan Niederauer, liegen. Reto Francioni, bislang Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse, solle den Vorsitz des Verwaltungsrats übernehmen.

Aktienkurs unter Druck

Zur NYSE gehören neben der berühmten Börse an der Wall Street in New York auch die Handelsplätze in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon sowie die Londoner Terminbörse LIFFE.

Zeitweilig war vergangene Woche der Handel mit den Aktien beider Unternehmen ausgesetzt, seither legten sie deutlich zu. Am Dienstag allerdings zeigten sich die Anleger verunsichert, wohl auch wegen der unbestätigten Meldung über die Konkurrenz aus Chicago. Die Aktie der Deutschen Börse verlor bei nervösem Verlauf zeitweilig mehr als 3,8 Prozent.

mwi/AFP/dapd

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