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Chronologie: Die Krise der UBS

Vor rund drei Jahren ist die UBS während der Finanzkrise vor allem durch ihr Engagement in den USA und ihre Verstrickung in Steuerbetrugs-Affären in eine schwere Krise geraten. Oswald Grübel steuerte die Bank zwar aus der Krise, aber nicht in einen sicheren Hafen.

Ab 2007:Die UBS gerät durch ihr starkes Amerika-Engagement in den Strudel der Hypothekenkrise in den USA. Ausserdem ermitteln die US-Steuerberater gegen UBS-Kundenberater. Diese sollen Amerikaner zum Steuerbetrug animiert haben.

23. April 2008: Die UBS-Generalversammlung wählt Peter Kurer zum Nachfolger des schwer kritisierten Verwaltungsratspräsidenten Marcel Ospel.

Bis dato musste die Grossbank total 40 Milliarden Fr. wegen der US- Hypothekenkrise abschreiben.

16. Oktober 2008: Der Bund unterstützt per Notrecht die kriselnde UBS mit 6 Milliarden Fr. Überdies übernimmt die Schweizerische Nationalbank von der UBS faule Wertpapiere von 40 Milliarden Dollar, umgerechnet 45,5 Milliarden Franken.

November 2008: Die USA verlangen von der UBS mehrere tausend Kundendaten und drohen mit einer Anklage.

18. Februar 2009: Die vom Bundesrat mit dem Krisenmanagement beauftragte Finanzmarktaufsicht verfügt die Herausgabe der Daten von rund 300 UBS-Kunden. Die US-Behörden verlangen aber die Daten von 52'000 Kunden oder Konten.

26. Februar/4. März 2009: Ex-Credit-Suisse-Chef Oswald Grübel übernimmt die Leitung der UBS von Marcel Rohner. An die Stelle des zurücktretenden Verwaltungsratspräsidenten Kurer tritt Alt-Bundesrat Kaspar Villiger (FDP).

19. August 2009: Die Schweiz und die USA einigen sich im Steuerstreit auf einen Vergleich. Die USA stellen ein neues Amtshilfegesuch, betreffend der Daten von 4450 UBS-Kunden. Die Schweiz verpflichtet sich, es innerhalb eines Jahres zu bearbeiten und Fälle von Steuerbetrug und schwerer Steuerhinterziehung zu identifizieren.

8./22. Januar 2010: Das Bundesverwaltungsgericht erklärt die Herausgabe der UBS-Kontendaten an die US-Behörden für rechtswidrig und stoppt die Auslieferung. Das Abkommen vom August 2009 genüge nicht für Amtshilfeleistungen bei Steuerhinterziehung.

4. Februar 2010: Der Bundesrat beschliesst, das Amtshilfeabkommen mit den USA als Staatsvertrag dem Parlament zur Genehmigung zu unterbreiten.

14. April 2010: An der UBS-Generalversammlung verweigern die Aktionäre der ehemaligen UBS-Führung für das Jahr 2007 die Entlastung.

21. April 2010: Als Lehre aus der Finanzkrise verschärfen die Finanzmarktaufsicht (Finma) und die Nationalbank für die Grossbanken UBS und CS das Liquiditätsregime.

12. Mai 2010: Der Bundesrat legt einen Planungsbeschluss zur «Too big to fail»-Problematik vor.

31. Mai 2010: Die Geschäftsprüfungskommissionen (GPK) von National- und Ständerat werfen in ihrem Untersuchungsbericht dem Bundesrat Versagen und unkoordiniertes Vorgehen in der UBS-Affäre vor. Insbesondere Finanzminister Hans-Rudolf Merz wird kritisiert. Der Bundesrat weist einen Teil der Vorwürfe als übertrieben zurück.

Juni-Session 2010: In der Sommersession sagt der Ständerat mit FDP-CVP-Mehrheit zwei mal klar Ja zum Staatsvertrag. Der Nationalrat lehnt erst den Vertrag klar ab - mit einer Nein-Mehrheit von SVP und Links-Grün. Dann schwenkt die SVP um und verhilft dem Vertrag zum Durchbruch. SP und Grüne dringen mit ihren Forderungen nach einer Sondersteuer auf Boni und Vorschriften für höhere Eigenmittel bei den Banken nicht durch.

4. Oktober 2010: Die Expertenkommission zum «Too big to fail»- Problem fordert von den Grossbanken UBS und CS eine Stärkung ihrer Kapitalbasis: Ihre Eigenmittel sollen ab Ende 2018 mindestens 19 Prozent erreichen.

14. Oktober 2010: Die UBS legt ihren von der GPK geforderten Bericht zur Aufarbeitung der Krise vor. Sie räumt darin Fehler ein, die fast zum Untergang der Bank geführt hätten. Dennoch verzichtet sie wie angekündigt auf Klagen gegen Verantwortliche.

16. November 2010: Die US-Steuerbehörde IRS zieht ihre zivilrechtliche Klage gegen die Grossbank UBS zurück, nachdem die Schweiz einen Grossteil der geforderten UBS-Kundendaten übermittelt hat.

26. November 2010: Die Finma verzichtet auf weitere Untersuchungen gegen ehemalige UBS-Chefs.

20. April 2011: Der Bundesrat schickt seine «Too big to fail»- Vorlage ans Parlament. Systemrelevante Grossbanken sollen künftig strengere Anforderungen hinsichtlich Eigenkapital und Organisation einhalten. Oswald Grübel kritisiert die strengen Anforderungen wiederholt.

15. September 2011: Die UBS teilt mit, dass durch unerlaubte Handelsgeschäfte eines Investmentbankers ein Verlust von geschätzt rund 2 Milliarden Dollar entstanden ist. Die UBS selbst hält deshalb ein Abrutschen in die Verlustzone im dritten Quartal für möglich.

18. September 2011: Es wird bekannt, dass sich das Milliardendesaster wegen der verbotenen Geschäfte eines Händlers in London sogar auf 2,3 Milliarden Dollar beläuft.

21. September 2011: Die «Too big to fail»-Vorlage wird in den eidg. Räten noch immer debattiert. Der Ständerat will rigidere Eigenmittelanforderungen als der Nationalrat. Gemäss den bisherigen Beschlüssen sollen systemrelevante Grossbanken auf ihren risikogewichteten Aktiven bis zu 19 Prozent Eigenmittel halten müssen, zehn Prozent davon in hartem Eigenkapital und neun Prozent in Form von Pflichtwandelanleihen (CoCo-Bonds), die im Fall drohender Insolvenz in Eigenkapital umgewandelt werden müssen. Es bestehen zudem noch weitere Differenzen zwischen National- und Ständerat.

24. September 2011: UBS-Konzernchef Oswald Grübel übernimmt die Verantwortung für den Skandal in London und tritt zurück. Sergio Ermotti übernimmt die Konzernleitung ad interim.

SDA

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