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Commerzbank kommt nicht vom Fleck Gewinn um einen Drittel eingebrochen - Aussichten bleiben schlecht

Frankfurt Die Probleme bei der teilverstaatlichten deutschen Commerzbank reissen nicht ab.

Nach einem Gewinneinbruch bis zur Jahresmitte ist keine Besserung in Sicht - im Gegenteil: In den kommenden Monaten soll es angesichts der ungelösten Schuldenkrise in Europa weiter abwärts gehen. «Für das zweite Halbjahr erwarten wir keine Stabilisierung des Marktumfelds», sagte Finanzchef Stephan Engels am Donnerstag in Frankfurt. «Wir sehen daher derzeit auch keine Anzeichen dafür, dass sich der Druck auf das operative Ergebnis reduziert.» Engels geht davon aus, dass der Gewinn in der zweiten Jahreshälfte unter dem der ersten liegen wird. Als Lösung bleibt der Bank vielleicht nichts anderes übrig als weitere Stellen zu streichen. Operativ verdiente die Bank wie bereits in der Vorwoche angekündigt im ersten Halbjahr mit 1,04 Milliarden Euro knapp 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich brach der Gewinn um mehr als ein Drittel auf 644 Millionen Euro ein. Wegen der sich eintrübenden Konjunktur droht nun eine neue Gefahr: Kredite könnten wieder stärker ausfallen. Privatkundengeschäft rückläufig Zunehmend zum Sorgenkind entwickelt sich das Privatkundengeschäft. Vier Jahre nach der Übernahme der Dresdner Bank haben sich die grossen Hoffnungen bislang nicht erfüllt. «Insgesamt ist das operative Ergebnis im Segment Privatkunden nicht zufriedenstellend», sagte Engels. Im ersten Halbjahr verdiente das zweitgrösste deutsche Kreditinstitut im Filialgeschäft operativ nur noch 126 Millionen Euro, mehr als ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Doch Verwaltungsratspräsident Martin Blessing stellt den Gewinn ohnehin hintan, Priorität habe die Reduzierung der Risiken und das Kapitalmanagement, betonte er. Die Führung der Bank hat Angst vor einer Verschärfung der Euro-Krise, da sie vor allein in Spanien und Italien stark engagiert ist. Vor einem Auseinanderbrechen der Währungsunion dafür hat sich die Bank gewappnet, indem sie ihr Kapitalpolster seit Ende 2011 um 8,1 Milliarden Euro aufgestockt hat. Dabei hatten die EU-Aufseher von der EBA nur eine Lücke von 5,3 Milliarden Euro ausgemacht. Sparprogramm angedacht Als Reaktion auf die schlechten Zahlen deutete die Bank ein neues Sparprogramm an. «Wir werden die strategische Weiterentwicklung des Segments vorantreiben», erklärte der Finanzchef. Was das konkret heisst, liess er zunächst offen. In Medienberichten hatte es zuletzt geheissen, dass die Bank rund 2000 Stellen streichen könnte. Die Bank kündigte nun lediglich an, Anfang November die Ergebnisse ihrer Strategieüberprüfung vorstellen zu wollen. Als Stützen erwiesen sich im ersten Halbjahr hingegen erneut das Firmenkundengeschäft und die Aktivitäten in Polen. Das Investmentbanking musste allerdings deutlich Federn lassen. In den Abwicklungsbereichen konnte die Bank ihre Verluste reduzieren. Vor einem Jahr hatten erste Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen hier ein tiefes Loch gerissen.

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