Das drängendste Problem bleibt

Der Kommentar von Wirtschaftsredaktor Julian Witschi zum Stellenabbau bei Meyer Burger.

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Julian Witschi

Wer nach dem ermutigenden Halbjahresergebnis dachte, Meyer Burger sei aus dem Gröbsten raus, wird bitter enttäuscht. Konzernchef Peter Pauli muss eingestehen, dass die Nachfrage immer noch nicht stark genug anzieht dafür, bald unter dem Strich wieder Gewinne erzielen zu können.

Schon zu Beginn der Krise Anfang 2012 sprach Pauli von einer Durststrecke und dann immer wieder von Licht am Horizont. Nach mehreren Entlassungswellen greift er nun erneut zum Zweihänder.

Es sieht nach einer Verzweiflungstat aus. Die Kosten müssen dringend runter. Denn niemand investiert in eine Firma, die Geld verbrennt ohne Aussicht auf rentable Zeiten. Die nächsten Frühling fällige An­leihe über 130 Millionen Franken kann das Unternehmen voraussichtlich nicht selber bezahlen. Dies ist das drängendste Problem. Meyer Burgers Über­leben hängt vom Vertrauen von Investoren und Banken ab.

Paulis Glaubwürdigkeit hat gelitten.Wohlweislich verzichtet er auf neue Versprechen zum Geschäftsgang. Vage wirken die weiteren geplanten Schritte.

Dass Meyer Burger technologisch führend sein muss, um der Konkurrenz aus China trotzen zu können, ist schon lange klar. Die Durststrecke muss jetzt enden, sonst verdurstet die Firma. julian.witschi

berneroberlaender.ch/Newsnetz

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