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Das Internet am Wendepunkt

Es braucht endlich klare Regeln dafür, was Internetfirmen mit Benutzerdaten machen dürfen.

Digitale Geschäftemacher: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wird in den USA und in Europa vor Parlamentsausschüssen harte Fragen beantworten müssen.
Digitale Geschäftemacher: Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wird in den USA und in Europa vor Parlamentsausschüssen harte Fragen beantworten müssen.
Marcio Jose Sanchez, Keystone

Die Internetmilliardäre im Silicon Valley und anderswo waren bisher taub für Kritik. Praktisch ungestört konnten sie Geschäfte machen mit den Daten, die ihnen zuflogen. Das muss und kann sich jetzt ändern.

Der Skandal um Facebook-Profile, die liederlich an politische Manipulatoren verkauft wurden, zeigt eines: Die Geduld des Publikums ist am Ende. Und die Politik hat das gemerkt. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wird in den USA und in Europa vor Parlamentsausschüssen harte Fragen beantworten müssen. Dabei darf es aber nicht bleiben.

Es darf nicht sein, dass Monopolisten nach Belieben das Internet dominieren. Es darf nicht sein, dass wir unserer Daten beraubt werden. Es darf nicht sein, dass diese dann ohne unsere Zusage benützt werden, um uns beim Einkaufen und Wählen zu manipulieren.

Das gilt nicht allein für Facebook und die Vereinigten Staaten. Längst sind in vielen Ländern Zauberlehrlinge am Werk, die aus Nutzerdaten Goldminen machen möchten.

Klar, ohne die Segnungen der Digitalisierung mag heute kaum jemand leben. Soziale Medien haben ihre nützlichen Seiten und sind fix im Alltag vieler installiert, nicht nur als Hobby, sondern oft auch im Beruf. Aber sie machen aus ihren Usern eben auch gläserne Bürger und Konsumenten, ohne dass sie es selber kontrollieren können.

Dieser wilde Internet-Westen und seine Goldgräber brauchen Regeln – und Sheriffs, die sie durchsetzen. So wie jeder wirklich funktionierende Markt.

Die Branche selber wird den Teufel tun, sich selbst einzuschränken – allen Sonntagsreden zum Trotz. Und ein Land allein wird sich bei den weltweit agierenden Internetgiganten nicht durchsetzen können. Aber dass sich jetzt in Deutschland, in England, in der EU und sogar in den USA Politiker über das richtige Regelwerk Gedanken machen, stimmt optimistisch.

Was weniger optimistisch stimmt: Der Instinkt vieler Politikerinnen und Politiker reicht nicht darüber hinaus, mit Verboten und Strafen die digitalen Geschäftemacher schwächen zu wollen. Dabei käme es vielmehr darauf an, die Internetnutzerinnen und -nutzer diesen Firmen gegenüber zu stärken.

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