Der neue Migros-Chef räumt auf

Fabrice Zumbrunnen übernahm vom Vorgänger einen stark gewachsenen Konzern. Nun streicht er 290 Jobs – und das Sparen dürfte weitergehen.

Hat vom Vorgänger einen breit aufgestellten Konzern übernommen und reagiert nun mit Stellenabbau: Migros-Konzernchef Fabrice Zumbrunnen. (Archiv)

Hat vom Vorgänger einen breit aufgestellten Konzern übernommen und reagiert nun mit Stellenabbau: Migros-Konzernchef Fabrice Zumbrunnen. (Archiv)

(Bild: Keystone)

Holger Alich@Holger_Alich

Die Migros ist zwar gross, doch der orange Riese steht unter Druck. Im vergangenen Jahr ist der Gewinn um 40 Prozent eingebrochen. Heute kommt nun die Ankündigung, 290 Stellen abzubauen (hier gehts zur Nachricht).

Gerade die Handelssparte spürt, dass Kunden vermehrt Waren im Internet einkaufen. Die Supermärkte leiden unter dem Einkaufstourismus. Zudem nehmen die Discounter wie Lidl und Aldi den etablierten Playern zunehmend Marktanteile im Geschäft mit Lebensmitteln ab.

Zumbrunnens Vorgänger an der Migros-Spitze, Herbert Bolliger, hatte den Konzern stark auf Wachstum getrimmt und viele Zukäufe getätigt. Bolliger kaufte unter anderem Denner, Schild und den Onlinepionier Digitec. Auch die Bereiche Freizeit und Sport sowie Gesundheit verstärkte er durch Zukäufe und neue Angebote. Kritiker werfen ihm indes vor, mit der Einkaufstour zu wenig auf effiziente Abläufe geachtet zu haben.

Daher räumt sein Nachfolger Zumbrunnen nun auf. Der Grosshändler Cash + Carry Angehrn wird wieder verkauft. Grundsätzlich scheint Zumbrunnen von weiteren Zukäufen wenig zu halten. «Mit Akquisitionen Erfolg zu haben, ist immer schwierig», sagte er der NZZ vor kurzem.


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Bei den Tochterfirmen der Migros gibt es seit längerem bereits Jobabbau. Der Buchhändler Ex Libris streicht 115 Arbeitsplätze und schliesst 43 von 57 Filialen. Kürzungen gibt es auch in der Warenhauskette Globus, wo 80 Jobs verschwinden und acht Geschäfte die Pforten schliessen sollen. Die Marken Schild und Herren Globus verschwinden und werden unter der Dachmarke Globus vereint.

Nun trifft es die Zentrale der Migros. Und die nun angekündigten Kürzungen dürften nicht das Ende der Fahnenstange sein. «Wir wollen die interne Komplexität stark reduzieren, um beweglicher, effizienter und noch kundenorientierter arbeiten zu können», hatte Zumbrunnen angekündigt. «Das betrifft die ganze Wertschöpfungskette, von der Produktion bis zur Distribution.»

Der orange Riese, er wird wohl noch lange nicht zur Ruhe kommen.

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