Die wechselvolle Geschichte des Warenhauses Globus

Die Globus-Warenhäuser hatten ihre Ursprünge auf den 1892 in Zürich gegründeten «J. Weber's Bazar».

Das Warenhaus Globus bei der Zürcher Bahnhofstrasse. Davor das Pestalozzidenkmal. (Archiv)

Das Warenhaus Globus bei der Zürcher Bahnhofstrasse. Davor das Pestalozzidenkmal. (Archiv)

(Bild: Keystone Eddy Risch)

Die Globus-Gruppe hat seit ihrem Kauf durch die Migros im Jahr 1997 eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Die damals im Kontext einer umfassenden Branchenbereinigung übernommene Zürcher Warenhausgruppe leidet nicht zuletzt stark unter den immer mehr zunehmenden Herausforderungen des Online-Handels.

In den 1990er Jahre befand sich der Schweizer Detailhandel fest im Griff einer Rezession und litt unter einem spürbaren Rückgang der Konsumausgaben. Die Globus-Gruppe, die damals aus den Globus Warenhäusern, der Herren Globus, der ABM-Warenhauskette sowie den Fachmärkten Interio und Office World bestand, hatte in dem Umfeld einen Teil der Verkaufsstellen des Konkurrenten Jelmoli übernommen.

Für die Migros bedeutete die 1997 erfolgte Übernahme der Globus Warenhäuser, die ihre Ursprünge auf den 1892 in Zürich gegründeten «J. Weber's Bazar» zurückführen, eine wichtige Zäsur. So wurde sie auch durch die Mitübernahme von Interio, die sie ihrem Möbelhaus Micasa angliederte, zur Marktführerin auf dem Möbel- und Einrichtungsmarkt.

ABM-Schliessung

Allerdings lastete gerade die Übernahme der Jelmoli-Geschäfte schwer auf der Rentabilität von Globus, die hinter Manor die Nummer Zwei im Schweizer Warenhausgeschäft geworden war. Dazu kamen wachsende Schwierigkeiten der Tochter ABM, für welche die Migros eine grosse Liquiditätsspritze bereitstellen musste. ABM konzentrierte sich in der Folge auf ein beschränktes Sortiment mit Haushaltsartikeln, Kosmetik und täglichen Gebrauchsgütern, während Globus weiterhin das Premium- und Luxussegment bediente.

Während in den 2000er Jahren eine Sanierung von Globus zustande kam, erlebte die 1956 gegründete ABM ihr 50jähriges Jubiläum nicht mehr. Die Warenhäuser wurden Anfang der 2000er Jahre geschlossen und mehrheitlich in Bekleidungsläden der italienischen Oviesse-Gruppe umgewandelt, die in der Folge als Franchisen von der Globus-Gruppe betrieben wurde.

Auch dieses Konzept kam allerdings durch die starke Konkurrenz durch Bekleidungsriesen wie H&M oder Zara unter Druck. Die 30 Oviesse-Läden gingen schliesslich 2004 an die holländische C&A. Einen weiteren Anlauf im Bekleidungsgeschäft unternahm Globus 2013 mit der Übernahme des Luzerner Konkurrenten Schild, der mit einem mittelpreisigen Sortiment bereits damals unter dem aufkommenden Online-Kleiderhandel litt.

Das zunehmen schwierige Umfeld mit der Konkurrenz des Online-Modeportals Zalando war auch am Ursprung der in den vergangenen Jahren durchgeführten Reorganisation der Globus Gruppe mit einer Zusammenführung der Marken Globus, Schild und Herren Globus. Office World wurde an die österreichische Gesellschaft MTH Retail verkauft. Dagegen übernahm die Gruppe noch im September 2018 die Schuhmarke Navyboot.

nag/sda

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