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Ehemaliger Mitarbeiter der Ems-Chemie steht vor Bundesstrafgericht

Vor dem Bundesstrafgericht Bellinzona hat am Mittwoch ein erster Prozess im Zusammenhang mit mutmasslicher Wirtschaftsspionage bei der Ems-Chemie AG begonnen.

Einem ehemaligen Angestellten wird vorgeworfen, mehrfach gegen das Fabrikations- und Geschäftsgeheimnis verstossen zu haben. Der 47-jährige Mann aus Zürich soll in den Jahren 2003 bis 2005 einem Konkurrenzunternehmer per Email in drei Fällen vertrauliche Betriebsinterna zugesendet haben. Dabei ging es um technische Informationen und Details zur Unternehmensstrategien, wie aus der Anklageschrift der Bundesanwaltschaft (BA) hervor geht. Im vergangenen März erliess die BA einen Strafbefehl gegen den 47- Jährigen und verfügte eine bedingte Geldstrafe von 21'000 Franken. Der Beschuldigte sollte zudem die Verfahrenskosten tragen. Weil der frühere Ems-Chemie-Mitarbeiter aber Einsprache erhob, ist der Fall an das Bundesstrafgericht überwiesen worden. Für die Hauptverhandlung wurde ein Tag angesetzt. Der Termin der Urteilseröffnung steht gemäss Internetseite des Bundesstrafgerichts noch nicht fest. Vier Personen angezeigt Die Ems-Chemie mit Magdalena Martullo-Blocher - Tochter von Alt- Bundesrat Christoph Blocher - an der Unternehmensspitze hatte am 23. Januar 2007 Strafanzeige gegen insgesamt vier Personen eingereicht. Nicht nur der 47-jährige Angeklagte soll nach Angaben des Unternehmens Betriebsinterna verraten haben, sondern auch zwei weitere Mitarbeiter. Im Visier stehe zudem ein Metallunternehmer, der gemäss Ems- Chemie mit den Fabrikations- und Geschäftsgeheimnissen auf unlautere Weise ein Konkurrenzgeschäft mit Hochtemperatur-Polymeren aufbauen wollte. Ein Schaden sei dem Konzern wegen frühzeitiger Aufdeckung nicht entstanden. Nach Angaben der Ems-Chemie kommt es in allen vier Fällen zu Strafverfahren vor dem Bundesstrafgericht. Verjährung befürchtet Das Unternehmen, das als Privatklägerin im Prozess auftritt, befürchtet inzwischen, dass ein Teil der Tathandlungen verjährt sein könnte. Chefin Martullo-Blocher machte der BA im Mai im Rahmen einer Pressekonferenz schwere Vorwürfe und sprach von unnötiger Verschleppung des Verfahrens und Organisationsmängel. 17 Gesuche um Verfahrensbeschleunigung seien abgewiesen worden. Die BA und der Untersuchungsrichter hätten die Problematik der Verjährung stets verneint. Doch gemäss Ems-Chemie beurteile der zuständige Bundesstrafrichter den Sachverhalt anders.

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