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Ein Mini-Krisenpaket hilft nicht gegen Corona

Das Coronavirus verursacht bereits erhebliche Verwerfungen in der Wirtschaft. Guy Parmelin muss jetzt entschlossen handeln.

Guy Parmelin gibt nach einer Zusammenkunft mit Kantonsvertretern, Sozialpartnern und Wirtschaftsverbänden am Donnerstag den Medien Auskunft. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)
Guy Parmelin gibt nach einer Zusammenkunft mit Kantonsvertretern, Sozialpartnern und Wirtschaftsverbänden am Donnerstag den Medien Auskunft. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Künstler, Musiker, Sportler. Der Ruf nach staatlicher Wirtschaftsstützung kam in den letzten Tagen von ungewohnter Seite. Mit seinem Veranstaltungsverbot hat der Bundesrat viele Personen in der Kreativ- und Eventbranche aus dem Arbeitsmarkt gedrängt. Klar, gibt es Radau.

Klar ist aber auch, dass das Coronavirus immer stärker auch in die klassische Wirtschaft ausstrahlen wird. Die Krisensymptome sind vielschichtig: Die Hotellerie klagt bereits über leere Betten, weil die Menschen nicht mehr reisen wollen. Industriebetriebe prüfen Kurzarbeit, weil Rohstofflieferungen aus Fernost ausbleiben. Wegen einer Corona-Erkrankung hat der Duftstoffkonzern Givaudan diese Woche für 400 Mitarbeiter Heimarbeit angeordnet. Das sind nur die Vorboten einer Krise von unabsehbarem Ausmass.

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Was kann die Politik tun? Als sich im Sommer 2011 der Franken dramatisch aufwertete, machte der Bund rasch 500 Millionen Franken für Kurzarbeitsentschädigungen locker. Die Massnahme war rückblickend richtig. Sie verhinderte Massenentlassungen in der Exportindustrie. Sie verschaffte den Firmen Luft, sich auf die neuen Kursverhältnisse einzustellen. Sie sicherte die Konsumentennachfrage im Inland. Nach dem Währungsschock ging es für die Wirtschaft gleich wieder aufwärts.

Keine Tabus

Die ökonomischen Folgen des Coronavirus sind wesentlich komplexer. Corona betrifft nicht nur den Exportsektor, sondern die Wirtschaft in ihrer ganzen Breite. Entsprechend muss Wirtschaftsminister Guy Parmelin rasch ein sehr viel breiteres Set an Massnahmen ausarbeiten. Für Kleinlichkeit ist keine Zeit.

«Es gibt keine Tabus», versprach Guy Parmelin nach dem Krisengipfel vom Donnerstag mit den Sozialpartnern. Das ist schon mal ein Anfang. Zu prüfen sind etwa Bürgschaften für Betriebe mit temporären Cash-Engpässen. Denkbar ist auch, dass der Staat zur Konjunkturstützung absehbare Investitionen vorzieht. Parmelin wird zudem nicht umhinkommen, die Kurzarbeitsentschädigung zu stärken und ein Auffangprogramm vorzulegen für die vielen, die davon nicht profitieren können. Die Jobber in Hotellerie und Gastronomie, aber auch die Selbstständigen und nicht zu vergessen: die Künstler, die Musiker und die Sportler.

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