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«Es wird immer Leute geben, die Stoffe anfassen wollen»

Jeder fünfte Schweizer Kleiderladen musste in den letzten Jahren schliessen. Was tun gegen die Krise? Zu Besuch bei den Gründern von «Tally Weijl».

Mit Kleidern allein zieht man keine Massen mehr an, also versucht man, aus dem Akt des Einkaufens ein Erlebnis zu machen: Wandschrift in einem Tally-Weijl-Laden in Zürich. Foto: Keystone
Mit Kleidern allein zieht man keine Massen mehr an, also versucht man, aus dem Akt des Einkaufens ein Erlebnis zu machen: Wandschrift in einem Tally-Weijl-Laden in Zürich. Foto: Keystone

Der Papst verkündete die Apokalypse an einem windigen Nachmittag: Am 26. Juni diesen Jahres betrat er im dunklen Anzug und mit etwas gebückter Haltung die Bühne eines XXL-Kinosaals in Zürichs Sihlcity. Vor ihm im Publikum sass alles, was Rang und Namen hat im Schweizer Detailhandel. Er öffnete leicht die Arme und sprach: «In den vergangenen sieben Jahren sind in der Schweiz 6000 Läden verschwunden.» Es folgte eine rhetorische Pause. Diese Botschaft musste erst mal verdaut werden. Im kommenden Jahr erwarte man weitere Schliessungen, fuhr er fort. Den Mode- und Schuhmarkt treffe es besonders hart. Papst ist übrigens nur sein Spitzname. Eigentlich heisst er Thomas Hochreutener. Er ist der Direktor des Marktforschungsinstituts GfK und analysiert den Detailhandel seit vier Jahrzehnten. Kaum einer kennt die Branche so gut wie er. Das dicke Handbuch, das sein Institut jährlich publiziert, wird entsprechend nur «die Bibel» genannt.

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