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EU will Transparenz im Rohstoffhandel Nächstes G20-Treffen soll Details zu Grenzwerten klären

Die EU-Kommission will den Handel mit Rohstoffderivaten besser kontrollieren.

Bei ihrem informellen Treffen im ungarischen Gödöllö einigten sich die EU-Finanzminister auf mehr Transparenz und Aufsicht über diesen Markt. Für diese Position will Brüssel in der kommenden Woche beim G20- Finanzministertreffen einstehen. Transparente und gut funktionierende Finanzmärkte seien ausschlaggebend, um angemessene Preise und Preisentwicklungen im Rohstoffhandel zu garantieren, heisst es in den Schlussfolgerungen, auf die sich die Minister am Samstag einigten. Formal sollen die Schlussfolgerungen dann im Mai beim nächsten EU- Finanzministertreffen verabschiedet werden. «Fertige Antworten gibt es noch nicht», sagte der österreichische Finanzstaatssekretär Reinhold Lopatka. Bei den Diskussionen sei die Möglichkeit angesprochen worden, ausserbörsliche Derivate an die Börse zu bringen. Damit würde für mehr Transparenz gesorgt. Frankreich fordert Grenzwerte Die Handelspositionen einiger Unternehmen müssten zudem beschränkt werden, forderte Frankreichs Finanzministerin Christine Lagarde in Gödöllö. «Einige Rohstoffhändler haben zu viel Macht», erklärte sie weiter. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat die Regulierung der Rohstoffmärkte zum Hauptthema der französischen G20-Präsidentschaft erklärt. Nächste Woche soll das Thema nun global unter den G20- Finanzministern beim Treffen in Washington besprochen werden. In den Schlussfolgerungen wird die von Frankreich geforderte Limitierung aufgegriffen - allerdings vage. Die Minister würden zur Kenntnis nehmen, dass die Kommission die Absicht habe zu prüfen, die Positionen zu begrenzen. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier sagte, es gehe darum, «Limiten festzulegen, um den Hyperspekulationen ein Ende zu setzen». Wie das genau geschehen soll, werde nun in einer Arbeitsgruppe geklärt, hiess es aus Sitzungskreisen am Rande des Treffens. Auch Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden forderte, «die Spekulationen müssen wir besser in den Griff bekommen». Allerdings beeinflussten auch Ereignisse wie die Aufstände in Nordafrika die Rohstoffpreise. «Wir müssen uns für eine gewisse Zeit mit einem höheren Ölpreis abfinden.» MiFID-Richtlinie Bei der Vorstellung ihrer Rohstoffstrategie teilte die Kommission im Februar mit, die jüngsten Preisentwicklungen zeigten, dass zwischen den Derivatemärkten und den physischen Märkten verschiedene Zusammenhänge bestehen. Zum einen seien die Preise für Rohstoffderivate ganz klar an die Preise für die jeweiligen Rohstoffe gekoppelt. Zum anderen ist zu beobachten, dass Rohstoffderivate von Anlegern zunehmend für strategische Investitionen gewählt werden. Die neuen Regeln für den Rohstoff-Handel sollen in die Revision der EU-Richtlinie zu den Finanzdienstleistungen (MiFID) einfliessen.

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