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EZB-Direktoriumsmitglied: Teuerungsanstieg falls nötig frontal angehen

Frankfurt EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi hat sich für eine harte Gangart im Kampf gegen die Inflation starkgemacht.

Er löste mit seinen Aussagen am Devisenmarkt Spekulationen aus auf früher als erwartet steigende Leitzinsen in der Euro-Zone. Der Euro kletterte binnen Sekunden auf über 1,37 Dollar. Zum Franken legte er nur leicht zu. Ein Euro kostete kurz nach Mittag immer noch 1,293 Franken. «Um Zweitrundeneffekte zu vermeiden, ist es wichtig, dass die Dynamik von Kosten und Preisen in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften - inklusive der Euro-Zone - signifikant stärker eingedämmt wird als in Schwellenländern», sagte Bini Smaghi am Donnerstag laut Redetext in Bologna. Er äusserte sich dabei mit Blick auf den aus dem Preisanstieg bei Energie und Nahrungsmitteln entstehenden Inflationsdruck auch in Europa. «Dies sollte von den Unternehmen, den Gewerkschaften und der Politik beachtet werden. Nur wenn die Rate der hausgemachten Inflation signifikant unter zwei Prozent liegt ist es möglich, Zweitrundeneffekte bei den Inflationserwartungen zu vermeiden und das Wirtschaftswachstum auf Kurs zu halten», sagte das italienische Mitglied des sechsköpfigen Vorstands der Europäischen Zentralbank (EZB). Die anziehende Teuerung hatte bereits Mitte Januar die EZB alarmiert und zu einem scharfen Rhetorikwechsel auch bei Notenbank- Chef Jean-Claude Trichet geführt. Der EZB-Rat entscheidet das nächste Mal kommende Woche über den Leitzins, der seit Mai 2009 bei einem Prozent liegt. Derzeit rechnet noch niemand mit einer unmittelbar bevorstehenden Zinserhöhung der EZB. Wann die Zentralbanker ihre Geldpolitik straffen dürften, ist unter Experten umstritten. Bini Smaghi warnte indirekt davor, den Leitzins zu lange zu niedrig zu lassen. Sollte die Teuerungsrate nicht unter zwei Prozent liegen «müsste die Geldpolitik restriktiver werden, als sie eigentlich sollte, was zu einer Verlangsamung des Wachstums führen würde».

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