Zum Hauptinhalt springen

Finanzierungsmechanismus ESM und Rettungsschirm EFSF im Vergleich Hintergrund

Berlin Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy wollen den dauerhaften Finanzierungsmechanismus ESM von Mitte 2013 auf Ende 2012 vorziehen.

Dieser soll den aktuellen Euro-Rettungsschirm EFSF ablösen. Ein halbes Jahr früher als bisher geplant also wollen Merkel und Sarkozy den ESM als Instrument im Kampf gegen die Schuldenkrise zur Verfügung haben. Was sind die Vorteile des ESM gegenüber dem EFSF? Und was macht eine möglichst schnelle Einführung des ESM so verlockend? Der EFSF - ein Provisorium Der EFSF wurde quasi über Nacht im Mai 2010 aus der Taufe gehoben. Er ist eine Zweckgesellschaft nach Luxemburger Privatrecht - ein Gebilde ohne grosse Haftungssicherheit für den Investor, der Anleihen der EFSF zeichnet. Sein wesentlicher Nachteil ist: Der Fonds hat kein Eigenkapital. Er muss daher, um bei den Rating-Agenturen höchste Bonität zu geniessen und damit seine Finanzierungsmittel an den Märkten billig aufnehmen zu können, zum einen durch die Euro-Länder abgesichert und zum anderen mit zusätzlichen Sicherheiten ausgestattet werden. Daher muss man die Anleihen, die man über den EFSF begibt, deutlich mit 165 Prozent übersichern. Konkret heisst das: für den EFSF bürgen die Euro-Länder zwar mit bis zu 780 Milliarden Euro. Faktisch kann der Fonds aber nur Kredithilfen an Notländer von insgesamt 440 Milliarden Euro ausgeben. Er ist damit finanztechnisch ineffizient. Der ESM ist effizienter - sagen Experten Der geplante ESM dagegen ist besser und effizienter, wie Fachleute sagen. Das wichtigste Detail dabei ist: Der ESM verfügt über ein eingezahltes Kapital von 80 Milliarden Euro, das von den Euro- Ländern kommt, sowie 620 Milliarden Euro abrufbares Kapital. Rechtlich soll der ESM eine echte Finanzinstitution sein - so wie der Internationale Währungsfonds (IWF). Daraus folgt nach Angaben von Finanzexperten: Würde man die Mittel des ESM nutzen, um ihm mithilfe privater Investoren mehr finanzielle Feuerkraft geben zu wollen, wäre der ESM dem EFSF weit überlegen. Der ESM soll im Krisenfall zudem im Gegensatz zum EFSF einen bevorrechtigten Gläubigerstatus geniessen. Mit dem ESM soll ausserdem die Basis für ein geordnetes Verfahren im Fall einer Pleite eines Euro-Landes geschaffen werden. Bei drohender Zahlungsunfähigkeit wäre ein Land verpflichtet, mit den Gläubigern über einen Forderungsverzicht zu verhandeln.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch