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Frankfurt prüft Gründung einer europäischer Ratingagentur

Frankfurt/Paris Nach der anhaltenden massiven Kritik an den US-amerikanisch dominierten Ratingagenturen bringt sich der Finanzplatz Frankfurt als Alternative ins Spiel.

Wie das Beratungsunternehmen Roland Berger am Freitag mitteilte, gebe es Sondierungsgespräche. An den Gesprächen seien Vertreter der hessischen Landesregierung, von Frankfurt Main Finance e.V. und der Deutschen Börse beteiligt. Ziel sei, «eine europäische Ratingagentur in Frankfurt zu gründen, zu etablieren und zu entwickeln». An der Initiative sollten sich Unternehmen und Institutionen aus ganz Europa beteiligen. Seit dem Ausbruch der globalen Finanzkrise stehen die drei Ratingagenturen Fitch, Moody's und Standard & Poor's immer wieder in der Kritik. Damals hatten sie Finanzprodukten beste Noten gegeben, die sich später als Auslöser der massiven Turbulenzen an den Finanzmärkten herausstellten. Zuletzt wurde ihnen vorgeworfen, die Bonität kriselnder Euro- Länder wie Griechenland trotz milliardenschwerer Hilfspakete auf Ramschstatus abgewertet und damit die Krise weiter verschärft zu haben. Nur drei grosse Agenturen Die neue europäische Wertpapieraufsicht ESMA nimmt eine harte Haltung gegenüber den drei mächtigen US-Ratingagenturen ein. Ihre Zulassung in den USA bedeute nicht, dass sie künftig auch in Europa automatisch weiterarbeiten könnten, sagte ESMA-Chef Steven Maijoor der «Financial Times Deutschland» (Freitag). Am 7. Juli wird die Behörde alleiniger Aufseher über Ratingagenturen und übernimmt damit Funktionen, die bisher auf nationaler Ebene angesiedelt waren. «Wir sollten nicht blindlings das regulatorische System von Drittländern übernehmen», sagte Maijoor. Standard & Poor's, Moody's und Fitch teilen weltweit 95 Prozent des Marktes unter sich auf. Druck aus der Politik Über die Gründung einer unabhängigen europäischen Ratingagentur wird seit Jahren diskutiert, zuletzt hatten sich das Europaparlament und auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel für eine solche europäische Antwort auf die mächtigen US-Agenturen ausgesprochen. Diese spielen eine zentrale Rolle bei der aktuellen europäischen Schuldenkrise: Je tiefer sie den Daumen senken, umso schwieriger wird die Refinanzierung der betroffenen Länder. Im Falle Griechenlands droht beispielsweise die Pleite, falls die Agenturen die Beteiligung privater Gläubiger als Zahlungsausfall bewerten.

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