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Geht der Ferienanspruch mit der Freistellung unter?

Thomas Müller beantwortet Ihre Fragen zum Vertragsrecht und zum Mietrecht.

Ende Juli wurde mir unter Einhaltung der dreimonatigen Kündigungsfrist auf Ende Oktober gekündigt, und ich wurde sogleich freigestellt. Mein Chef teilte mir mit, der restliche Ferienanspruch von 15 Tagen sei mit der Freistellung abgegolten. Ist das so?

Ja. Der restliche Ferienanspruch geht nach der Gerichtspraxis unter, wenn er wesentlich kürzer ist als die Frei­stellungsdauer. Der Grund: Der Arbeitnehmer hat dann genügend Zeit, um nicht nur seine Ferien zu verbringen, sondern auch eine neue Stelle zu ­suchen. Gemäss einer Faustregel des ­Arbeitsgerichts Zürich muss die Freistellungszeit mindestens dreimal so lang sein wie die Restferien, damit diese verfallen. Dies ist bei Ihnen der Fall: Drei Wochen Ferien stehen rund zwölf Wochen Freistellung gegenüber. Bei diesem Verhältnis von 1:4 müssen Sie den Bescheid des Chefs akzeptieren, ausser Sie könnten aufzeigen, dass Sie die ganze Freistellungszeit für die Stellensuche brauchen. Das wäre etwa der Fall, wenn Sie aufgrund Ihres Alters, Ihrer Qualifikation oder aus anderen Gründen grös­sere Schwierigkeiten haben als durchschnittliche Angestellte, eine neue Stelle zu finden.

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