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Grösster Tagesgewinn seit SMI-Einführung

Die staatliche Hilfe für den angeschlagenen Finanzsektor hat an den europäischen Aktienmärkten ein Kursfeuerwerk gezündet. An der Schweizer Börse vollführte der Leitindex SMI am Montag den grössten Kurssprung seiner 20-jährigen Geschichte.

Er schoss 11,4 Prozent auf 5966,3 Punkte hoch. Der Anstieg wurde getragen von den Schwergewichte Novartis, Roche und Nestlé sowie den Grossbanken CS Group und UBS. Der breite SPI gewann 10,6 Prozent auf 4961,9 Zähler. Für zusätzlichen Schub sorgte am Nachmittag die feste Wall Street. «Wir haben alleine in der Vorwoche so viel verloren. Der Markt ist technisch derart überkauft, da kann sich der Markt durchaus noch einen oder zwei Tage erholen und es ändert noch nicht viel», sagte auch ein Händler. Andere Marktteilnehmer trauten der Erholung hingegen nicht ganz. «Einen Anfang haben wir gemacht. Wichtig ist es jetzt, dass wir nicht übertreiben.» Ob sich die Erholung fortsetzt, dürfte davon abhängen, ob und wie die Rettungspläne der Regierungen auch greifen. «Die Banken müssen wieder Vertrauen zueinander finden», sagte ein Händler. Die prozentual höchsten Gewinne erzielten Aktien aus dem Finanzbereich. Die UBS-Aktien schnellten über 12 Prozent hoch und CS Group gewann mehr als ein Viertel an Wert. CS war in der Vorwoche wegen Spekulationen über eine Gewinnwarnung am stärksten unter die Räder gekommen und hatte massiv an Wert eingebüsst. Die Aktien des Vermögensverwalters JuliusBär lagen gut 16 Prozent im Plus. Der Rückversicherer Swiss Re, ein Wert dem die Finanzkrise ebenfalls gehörig zugesetzt hatte, kletterte über ein Fünftel. Helvetia zog gut 17 Prozent an.

Defensive Werte erwacht

Mit einer gewissen Verzögerung erwachten auch die defensiven Werte, die in der Vorwoche im Zuge des allgemeinen Ausverkaufs ebenfalls stark unter Druck geraten waren. Novartis holte mit einem Kurssprung von fast 12 Prozent den Verlust vom Freitag mehr als auf. Die Roche-Genussscheine legten 9,6 Prozent zu und Nahrungsmitteltitel Nestlé gewann 8,2 Prozent. Aber auch Industriewerte wie ABB, Sulzer, Fischer, Sika , Swatch oder Oerlikon fuhren Gewinne im zweistelligen Prozentbereich ein. Einen Kurssprung von 30 Prozent vollführten die Aktien des Bankensoftware-Herstellers Temenos. «Temenos bewegt sich immer wie die Bankaktien. Nur reagieren sie einfach viel stärker. Die Aktie hat wegen der Krise auch 60 Prozent eingebüsst», sagte ein Händler. Vergleichsweise wenig verändert waren die Aktien des Spezialchemiekonzerns Ciba SC mit einem Plus 1,2 Prozent auf 45.30 Franken. Die deutsche BASF, die Ciba SC übernehmen will, bietet 50 Franken. «Entweder geht der Markt davon aus, dass die Übernahme nicht zustande kommt oder wir sehen hier eine günstige Arbitrage- Möglichkeit», sagte ein Händler. Die Aktien des Textilelektronik-Herstellers Uster Technologies sanken als einer der raren Verlierer 4,4 Prozent. Uster hatte am Morgen wegen des weltweiten Abschwungs im Textilgeschäfts vor einem Umsatzeinbruch gewarnt und die Margen-Prognose gesenkt.

SDA/js

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