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«Gut gestellte Personen fahren mit einer Rente besser»

Der Ökonom Johannes Binswanger forscht, wie sich Menschen finanziell auf den Ruhestand vorbereiten. Die meisten wollen nach der Pensionierung fast gleich viel ausgeben wie zuvor.

Herr Binswanger, Sie beschäftigen sich mit dem Sparverhalten der Menschen. Warum in Holland und nicht in der Schweiz? In Holland und in den USA gibt es regelmässige internetbasierte Umfragen zum Sparverhalten mit vielen Teilnehmern. Weil immer wieder die Gleichen teilnehmen, kennt man mit der Zeit ihre wirtschaftliche Situation und weiss, wie sie sich verhalten, und kann ihnen deshalb individuell zugeschnittene Fragen stellen. Dies führt zu einer besonders hohen Qualität der erhobenen Daten. So ist es möglich, gute Aussagen darüber zu machen, wie die Leute sparen und investieren. In der Schweiz gibt es leider keine solche Daten. Hier befindet sich die Forschung erst am Anfang.

Ihre Arbeit dreht sich um die Lebenszyklus-Theorie. Der wird vorgehalten, sie sei lebensfremd, weil sich Menschen ganz anders verhielten, als es die Theorie voraussage. Mit Blick auf das Sparverhalten funktioniert die Theorie gar nicht so schlecht, vor allem auf Leute mit einem höheren Einkommen trifft sie einigermassen zu. So kann man beobachten, dass Leute bis 35 wenig sparen und dass sie ab Alter 50 bis 55, wenn die meisten gut verdienen, recht viel auf die Seite legen. Danach geht die Sparquote wieder etwas zurück, und im Ruhestand beginnt das Entsparen. Dieses Muster findet man in vielen Ländern vor. Es stimmt auch mit der Theorie überein.

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