London droht der Wegzug von bis zu 24 Banken

Der Brexit könnte für die britische Hauptstadt einen Geldabfluss in den Euro-Raum in der Höhe von 1,3 Billionen Euro nach sich ziehen. Davor warnte die EZB am Mittwoch.

Der Brexit könne Schocks und Turbulenzen an den Finanzmärkten zur Folge haben, warnte der oberste EZB-Aufseher Andrea Enria. Foto: Keystone

Der Brexit könne Schocks und Turbulenzen an den Finanzmärkten zur Folge haben, warnte der oberste EZB-Aufseher Andrea Enria. Foto: Keystone

Geldhäuser werden nach Einschätzung des obersten EZB-Bankenaufsehers Andrea Enria im Zuge des Brexit erhebliche Geschäftsteile von London in den Euro-Raum verlagern. Voraussichtlich würden am Ende des Prozesses Vermögenswerte von 1,3 Billionen Euro von der britischen Hauptstadt in den Euro-Raum bewegt.

Dies sagte Andrea Enria in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem finnischen Fernsehsender Yle: «Wir werden im wesentlichen 24 Banken haben, die umziehen – 7 werden direkt unter der Aufsicht der Europäischen Zentralank sein und 17 werden dort unter nationaler Aufsicht stehen, wohin ihre Wahl für den Umzug fiel.» Die EZB ist seit Herbst 2014 für die Kontrolle der grossen Geldhäuser im Euro-Raum zuständig. Aktuell gilt das für 114 Banken, darunter die Deutsche Bank und die Commerzbank Die Überwachung der kleineren Insitute obliegt weiterhin den nationalen Aufsichtsbehörden.

Notfallplan für Banken sei in Kraft

Im Zuge der Vorbereitungen auf den Brexit hätten die Banken alle von der Aufsicht verlangten Anforderungen erfüllt, sagte Enria. Ein Notfallplan sei zudem in Kraft. Ein solches Ereignis könne aber Schocks und Turbulenzen an den Finannzmärkten zur Folge haben, warnte Enria.

Die Aufsicht müsse darauf vorbereitet sein. Der britische Premierminister Boris Johnson hatte angekündigt, den Brexit mit oder ohne Abkommen am 31. Oktober zu vollziehen. Kritiker befürchten bei einem Ausscheiden des Landes aus der EU ohne Austrittsabkommen starke wirtschaftliche Verwerfungen.

step/sda

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